Volkspark Oberaue

Parkanlage

Der Volkspark Oberaue besteht aus Rasenmühleninsel, Paradies und Oberaue und wurde 2002 als Kulturdenkmal eingestuft. Ab 1893 wurde der Volkspark gestaltet. Allerdings gibt es bereits seit dem Mittelalter Überlieferungen, das Gebiet betreffend. Auch in der frühen Neuzeit und in der Neuzeit wird eine wechselvolle Geschichte der Parkanlage überliefert.

So ist aus dem Jahr 1613 überliefert, dass der Rektor der Universität den Studenten das Nacktbaden und nackte Herumtollen im Park verbot. Im Drackendorfer Vertrag vom 28. Oktober 1653 ist festgelegt, wie die Grenze zwischen Jena und Lichtenhain (damals Exklave) verläuft. Ein Grenzstein, ähnlich wie der am Beutenberg, wurde auf der Rasenmühleninsel gesetzt. Dieser ist heute nicht mehr erhalten.
1554 erwarb der Medizin-Professor Johannes von Schroeter die Rasenmühleninsel. Weitere Verkäufe durch die Stadt sind für 1688 und 1717 überliefert. 1808 war hier die Feldgroßbäckerei der Preußen eingerichtet.

Im Park wurden, wie an anderen Stellen wie zum Beispiel am heutigen Fürstengraben, im Jahr 1670 Linden angepflanzt. Von Geheimrat Goethe ist überliefert, dass er mit seinem „Urfreund“ Karl Ludwig von Knebel im Paradies spazieren ging. Im 19. Jahrhundert wurde das Reiten im Paradies untersagt. Im August 1803 nahmen Polizisten viele junge Männer fest, weil sie nackt badeten und sich dann im Paradies herumtrieben. Herzog Carl August gestattete 1803 wohl in diesem Zusammenhang, dass Rasenmüller Keßler auf der Rasenmühleninsel eine Badeanstalt einrichten und Bier, Wein und Punsch ausschenken dürfe.

Oftmals wird der Volkspark mit dem „Paradies“ gleichgesetzt. Viele Jenaer nutzen die innenstadtnahe Fläche als Naherholungsgebiet zum Sonnenbaden, Spielen oder Sport treiben. Skater haben hier eine Anlage, auch für das Boule-Spiel wurde eine Fläche an der freien Schule UniverSaale bereit gestellt. Das Schleichersee genannte Südbad wurde im 20. Jahrhundert künstlich angelegt und 2011/2 entschlammt. Durch das Hochwasser von 2013 wurde es, wie viele andere Flächen im Überschwemmungsgebiet, in Mitleidenschaft gezogen.

Während des Hochwassers wurde auch das Ernst-Abbe-Sportfeld überschwemmt. Um 2011/12 wurde die Parkanlage aufwendig saniert und neu gestaltet. So wurde zum Beispiel eine Toilettenanlage für über 500.000 Euro errichtet, neue Feuerstellen gebaut, Wege saniert, der Spielplatz neu gestaltet und Statuen der drei Moiren aus dem ehemaligen Bereich des Universitätsklinikums Lobeda hierher versetzt. Die Fernwärmeleitungen wurden im Rahmen eines Projektes mit der Bauhaus-Universität Weimar künstlerisch gestaltet. Im Volkspark gibt es ehemalige Begleitprojekte der Bundesgartenschau in Erfurt. Neben der Kulturlandschaft des Parks gibt es auch naturgeschützte Flächen wie die Sachsensümpfe. Bahnreisende auf der Saalebahn gelangen am Paradiesbahnhof an.