St. Nikolai in Lichtenhain

Kirche

Das neuzeitliche Lichtenhain war eine Exklave des Herzogtums Sachsen-Meiningen. Erst 1913 wurde es in die Stadt Jena eingemeindet. Wegen der (rechtlichen) Lage im Ausland war der kleine Ort ein beliebtes Ziel besonders für Studenten.

Mit einer Besonderheit kann der heutige Ortsteil von Jena noch heute aufwarten: Auf der Außenwand der Kirche St. Nicolai befindet sich eine Biblia pauporum. Hier wurden ursprünglich 78 Bilder mit 118 Szenen (66 Felder auf einer Fläche von 3,80 m x 6,00 m) aus der Heiligen Schrift um 1420 auf dem Putz aufgetragen. Die Wehrkirche selbst wurde Anfang des 15. Jahrhunderts errichtet und hat einen romanischen Vorgängerbau aus dem Ende des 12. Jahrhunderts.

Die Sakristei stammt aus dem Jahr 1500 und befindet sich an der Nordseite des Chors. Sie hat zwei Fenster, die eine Inschrift mit der Jahreszahl 1506 trägt. Im Jahr 1723 wurde ein barocker Kanzelaltar eingebaut. Aus dem Jahr 1848 stammt die Kirchturmuhr. Sie wurde 2007 restauriert und ist eine der noch erhaltenen aus dieser Zeit. Die Uhr wurde vom Hofuhrmacher Jacob Auch (Weimar) gefertigt.

1895 wurde die Kirche renoviert. Seit 2007 wird der Bilderzyklus untersucht und gerettet. Im Januar 2016 wurde die Einhausung für den mittelalterlichen Bilderzyklus fertiggestellt. Hier finden Sie eine Übersicht der (erhaltenen) Fresken.

Heute wird die evangelische Kirchgemeinde von Dietrich Bonhoeffer-Gemeinde in Winzerla betreut.

Literatur:

Walther Klemm und André Nawrotzki, Spätgotische Malereien an der Kirche St. Nikolai in Lichtenhain, Jena 2015

Nähere Informationen:
Tel.: 03641 60 26 32 oder E-Mail an: walther.klemm@t-online-de