Grüne Tanne

Historisches Gasthaus

 

Die Grüne Tanne gehört zu den älteren Gebäuden Jenas – und liegt weit außerhalb der eigentlichen Stadt an der Camsdorfer Brücke. Diese Brücke verbindet seit dem Mittelalter als eine der steinernen Brücken die alte Handelsstraße. Den Namen Grüne Tanne trägt das Gasthaus seit 1751. Damals gehörte es zum Gut Camsdorf. Beliebt war das Gasthaus bei den Studenten, weil es außerhalb Jenas gelegen war und die Studenten daher nicht der Gerichtsbarkeit der Universität unterlag.

Berühmtheit erlangte das Gebäude, weil hier am 12. Juni 1815 die Burschenschaft gegründet wurde. Binnen kurzer Zeit gehörten 144 Studenten (von gut 300 Studenten in Jena insgesamt) der Burschenschaft an. Als einer der Gründer gilt  Hans Ferdinand Maßmann, ein Anhänger von Turnvater Friedrich Ludwig Jahn.  1817 verbrannte Maßmann auf der Wartburg verhasste Bücher preußischer Reaktionäre, einen preußischen Korporalstock und einen österreichischen Zopf. Unter den verbrannten Büchern gehörte auch das Werk des russischen Gesandten August von Kotzebue. Von 1817 bis 1818 weilte hier Geheimrat Goethe. Am 23. März 1819 ermordete Karl Ludwig Sand den russischen Generalkonsul von Kotzebue in Mannheim. Dieser politische Mord eines Burschenschafters wurde als Begründung für die tiefgreifenden Karlsbader Beschlüsse benutzt.

Im frühen 20. Jahrhundert war das Haus auch Vereinsstätte der Gewerkschaften und Sozialdemokraten.  1993 wurde die Grüne Tanne saniert und dient seitdem als Korporationshaus der Burschenschaft Arminia auf dem Burgkeller. Das geschichtsträchtige Haus wird seit 1998 wieder als Gasthaus genutzt.