Festgelesen! Die Leiterin der Stadtteilbibliothek in Dierkow, Bettina Raasch, prüft den ausgesuchten Lesestoff auf Spannung und Unterhaltung. Foto: Stadtbibliothek Rostock
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Bookcrossing in Rostock: Stadtbibliothek und Literaturhaus Rostock lassen am 26. und 27. November in mehreren Stadtteilen Bücher „frei“

Rostock. Von ihren Besitzern „freigelassene“ Bücher können jetzt in mehreren Stadtteilen aufspürt werden. Am 26. und 27. November 2020 stolpern Rostockerinnen und Rostocker in ihrem Wohngebiet eventuell über diese Literatur. Dahinter steckt eine gemeinsame Aktion der Stadtbibliothek Rostock und des Literaturhauses Rostock mit dem Namen „Bookcrossing“. Bücher, die zuvor mit Aufklebern als Bookcrossing-Exemplare gekennzeichnet und auf der Plattform www.bookcrossing.com registriert wurden, werden dann im öffentlichen Raum „freigelassen“. So können diese zufällig oder durch Nachschlagen auf der Online-Plattform auch gezielt gefunden werden.

Bookcrossing stammt ursprünglich aus den Vereinigten Staaten, ist aber auch hierzulande schon vielfach erprobt und etabliert. Das Literaturhaus Rostock hatte seit 2008 mehrere Bookcrossings durchgeführt. Martina Bade, Leiterin der Stadtbibliothek Rostock, ist selbst privat langjährige Bookcrosserin. Seit 2003 hat sie mehr als 4.000 eigene Bücher im öffentlichen Raum „freigelassen“, damit jemand anderes sie finden, lesen und dann wieder weitergeben kann. Deshalb fand der Vorschlag des Literaturhauses bei ihr sofort Resonanz. Warum nicht während des aktuellen Shutdowns auf diese Art Sichtbarkeit für Bücher schaffen und Literatur vermitteln?

Im ersten Shutdown im Frühjahr hatte das Literaturhaus bereits Kinder- und Jugendbücher in der KTV und in der Innenstadt verteilt. Diesmal werden gemeinsam mit der Stadtbibliothek Rostock auch weitere Stadtgebiete erreicht und mehr Bücher ausgelegt. Auch das erwachsene Lesepublikum wird berücksichtigt. Die Stadtteilbibliotheken Groß Klein und Dierkow beteiligen sich an der Aktion und das Literaturhaus legt Romane, Sachbücher und Kinderbücher zum ersten Mal auch in der Südstadt, im Hansaviertel und in Reutershagen aus.

„Wir möchten ein großes Publikum in der ganzen Stadt erreichen und neue Freunde für Literatur gewinnen, egal welchen Alters. Das verbindet uns mit der Stadtbibliothek, mit der wir auch gemeinsame Lesungen veranstalten. Das Bookcrossing ist unabhängig von der aktuellen Situation eine wunderbare Möglichkeit zur Literaturvermittlung“, so Ulrika Rinke, Programmleiterin des Literaturhauses Rostock. Deshalb freut sie sich, dass auch Bettina Raasch von der Stadtteilbibliothek Dierkow sofort von der Aktion begeistert war und Bücher in ihrem Einzugsgebiet auslegt.

Gut die Hälfte der Bookcrossing-Bücher war zuvor aus dem Bestand der Stadtbibliothek entnommen und mit dem Stempel „Zum Verkauf freigegeben“ gekennzeichnet worden. Auch das Literaturhaus steuerte rund 200 aktuelle und neuwertige Bücher aus dem eigenen Bestand und aus den Privathaushalten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei. Neben Kinderbüchern und Regionalkrimis finden sich Werke von Brigitte Reimann, Elena Ferrante, Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk, Marc-Uwe Kling und Sibylle Berg – durchweg Bücher, die empfehlens- und lesenswert sind und von denen die Besitzer sich zum Teil sogar ungern trennten. Aber: „Gute Literatur muss unter die Leute“, so Martina Bade.

Interessenten sind aufgefordert zum Mitmachen. Wer ein Buch findet, kann es unter www.bookcrossing.com als gefunden markieren und auch wieder freilassen. Stadtbibliothek und Literaturhaus begleiten die Aktion mit Foto-Hinweisen zur Buch-Schnitzeljagd auf Facebook und Instagram.

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