Anzeige
  • Zurück zu den Wurzeln der Ehrbarkeit
  • IHK Südthüringen fordert faire und nachhaltige Beziehungen zwischen Automobilherstellern und Zulieferern

Suhl. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen rügt die aktuelle Zahlungsmoral einzelner Automobilhersteller (OEM, engl. Original Equipment Manufacturer). „Das Motiv der Liquiditätssicherung in wirtschaftlich schweren Zeiten ist nachvollziehbar. Die Methode, Zahlungsziele einseitig zu verlängern und damit den Druck auf die Zulieferer zu erhöhen, ist definitiv nicht die Lösung“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Pieterwas.

Die Südthüringer Automobilindustrie mit 15.000 Beschäftigten ringt im Zuge der Corona-Pandemie mit unvorhersehbaren Einbrüchen – mitten im Strukturwandel. Die Herbst-Konjunkturumfrage der IHK Südthüringen belegt: Ein Drittel der Kfz-Zulieferbetriebe müssen deutlich unter der Normalauslastung produzieren. Nur noch elf Prozent der befragten Unternehmen verfügen über eine gute Ertragslage, für 66 Prozent hat sich die Geschäftssituation gegenüber dem Vorjahr dramatisch verschlechtert.

Den Automobilzulieferern bleibt wenig betriebswirtschaftlicher Spielraum, wenn einer ihrer wichtigsten Kunden bewusst seine Zahlungen verzögert. „Die Automobilherstellung ist ein Gemeinschaftswerk zwischen Zulieferbetrieben und OEM. Die offene Kommunikation der Daimler AG mit Blick auf die eigene Liquidität Rechnungsziele zu verlegen, irritiert nachhaltig und schädigt die mittelständische Wirtschaft“, kommentiert Dr. Ralf Pieterwas. Faire und nachhaltige Geschäftsbeziehungen nach den Grundsätzen des Ehrbaren Kaufmanns sind der einzig vertretbare Weg zum nachhaltigen Erfolg. „Firmengründer der Neunzigerjahre blicken sehnsüchtig auf die Zeit zurück, in der man mit dem OEM-Einkäufer per Handschlag Geschäfte machen konnte. Davon sind wir heute meilenweit entfernt. Nichtsdestotrotz müssen Verträge eingehalten und Rechnungen vertragsmäßig bezahlt werden.“

Anzeige