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Potsdam. Der erste ASP-Ausbruch beim Schwarzwild im Land Brandenburg wurde am 10. September 2020 amtlich festgestellt. Wenige Tage später besuchten Experten des EU-Veterinärnotfallteams (EU Veterinary Emergency Team EUVET) die betroffenen Gebiete für einen fachlichen Austausch unter anderem mit Landestierarzt Dr. Stephan Nickisch. Im nun vorliegenden Bericht bestätigen die EUVET-Mitglieder das Land Brandenburg in seinem Vorgehen gegen die Afrikanische Schweinepest.

Bei ihrem Vor-Ort-Besuch machten sich die EUVET-Experten ein Bild über die Seuchenlage. Sie begutachteten die zur Seuchenbekämpfung eingeleiteten Maßnahmen, die zur Verfügung stehende Ausstattung sowie die Topographie der betroffenen Gebiete. Die gewonnenen Erkenntnisse und Anregungen wurden in einem Bericht zusammengefasst, der dem Verbraucherschutzministerium nun vorliegt.

„Oberstes Ziel unserer Bemühungen ist, dass es möglichst keine weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest Richtung Westen gibt. Innerhalb kurzer Zeit wurden deshalb drei Kerngebiete eingezäunt, die sehr weitläufigen Gebiete unter Hochdruck breitflächig nach Fallwild abgesucht. Eine Weiße Zone mit doppelter Umzäunung um das erste Kerngebiet steht bereits, zwei weitere werden vorbereitet. Der Bau eines festen Wildzauns entlang der Grenze zu Polen geht zügig voran. All diese Maßnahmen erfordern ein Höchstmaß an Zusammenarbeit zwischen Land, Kreisen, Kommunen und vielen helfenden Händen zum Beispiel von Bundeswehr, THW, Jagdausübenden, Landwirten, Fischern und weiteren Helfern vor Ort. Dafür mein herzlicher Dank. Ich freue mich, dass unser Vorgehen nun auch ausdrücklich im Bericht des EU-Veterinärnotfallteams als richtig und notwendig beschrieben wird und wir diesen Rückhalt von europäischer Ebene bekommen“, so Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher.

In ihrem Bericht bestätigen die Experten das Vorgehen in Brandenburg und loben die Behörden vor Ort, sie empfehlen die vorrübergehende Einschränkung von land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeiten, eine schnelle Einzäunung der Kerngebiete, die zügige Errichtung von wildschweinfreien Weißen Zonen und eine großflächige Suche nach Fallwild, um den Übertritt der Seuche gerade in unzugängliches Gebiet zu verhindern. Zudem empfiehlt das EUVET-Team den Bau eines festen Wildschwein-Zauns an der deutsch-polnischen Grenze.

EUVET-Experten: ASP-Übertritt aus Polen

„Für ihre fachlichen Empfehlungen sind wir den EU-Veterinärexperten sehr dankbar. Ihren Ratschlag an die Bundesebene, die Zusammenarbeit mit den Nachbarn in Polen zu intensivieren, nehmen wir ebenfalls sehr ernst. Immer wieder wird deutlich, dass diese Krise nur gemeinsam gemeistert werden kann. Zumal nach Ansicht der Experten der Weg der Seuche aus Polen anzunehmen ist. Auch das Friedrich-Löffler-Institut hatte diese Vermutung jüngst bestätigt“, so Nonnemacher.

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