Bürgermeister und Krisenstabsschef Kurt Dannenberg (l.) begrüßte zusammen mit Gesundheitsamtsleiterin Monika Jorzik (r.) und Dr. Bengt Fuchs (4.v.l.), stellvertretender Leiter des Kreisverbindungskommandos der Bundeswehr in Gera, die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr. (Foto: Stadt Gera/Franziska Hug)
Bürgermeister und Krisenstabsschef Kurt Dannenberg (l.) begrüßte zusammen mit Gesundheitsamtsleiterin Monika Jorzik (r.) und Dr. Bengt Fuchs (4.v.l.), stellvertretender Leiter des Kreisverbindungskommandos der Bundeswehr in Gera, die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr. (Foto: Stadt Gera/Franziska Hug)
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Die Bundeswehr verstärkt weiter die Geraer Stadtverwaltung bei der Arbeit zur Eindämmung der Infektionen mit SARS-CoV-2. Heute (11.11.) begrüßte Krisenstabsschef und Bürgermeister Kurt Dannenberg zusammen mit Gesundheitsamtsleiterin Monika Jorzik weitere vier Soldaten. Bereits seit mehreren Wochen leisten vier Angehörige der Bundeswehr Amtshilfe für die Stadtverwaltung, in den nächsten Tagen sollen zwei weitere folgen.

Von diesen insgesamt zehn Soldatinnen und Soldaten unterstützen sechs das dann insgesamt 25-köpfige Team der Kontaktnachverfolgung im Auftrag des Gesundheitsamtes. Die weiteren vier Soldaten verstärken das mobile Testteam. Einige der Soldaten gehören zum in Gera stationierten Panzerpionierbataillon 701.

„Die Bereiche Kontaktnachverfolgung und mobiles Testteam arbeiten eng verzahnt: Sobald wir Kontakte erfassen, die auf Anordnung des Gesundheitsamtes getestet werden müssen, beauftragen wir das mobile Testteam. Ich freue mich sehr, dass wir mit der Bundeswehr auf die Unterstützung durch einen verlässlichen und starken Partner bauen können. Ich danke allen, die dies für uns in Gera ermöglichen“, so Kurt Dannenberg.

Die neuen Helfer für die Kontaktnachverfolgung erhielten heute ihre Schulung durch das Gesundheitsamt. Dazu Amtsleiterin Monika Jorzik: „Wir orientieren unsere Arbeit im Kontaktpersonenmanagement an den Empfehlungen des Robert Koch Institutes. Unser Ziel ist es, möglichst viele Personen zu erreichen, die sich angesteckt haben könnten, um weitere Schutzmaßnahmen ergreifen zu können.“

Nach Angaben des Landeskommandos Thüringen unterstützt die Bundeswehr neben der Stadt Gera aktuell noch in neun weiteren Landkreisen und Kreisfreien Städten in Thüringen primär bei der Kontaktnachverfolgung, mit Abstrichteams sowie den in diesen Kreisen aktivierten Kreisverbindungskommandos. Insgesamt sind dafür aktuell mehr als 70 Soldaten im Rahmen der Eindämmung der Corona-Pandemie im Einsatz. Damit setze die Bundeswehr die Zusage der Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, zivile Behörden bei der Bewältigung der Corona-Pandemie zu unterstützen, in Thüringen tatkräftig um, heißt es weiter vom Landeskommando Thüringen.

HINTERGRUNDINFOS

Kontaktnachverfolgungen

Im Auftrag des Gesundheitsamtes Gera arbeiten aktuell 25 Personen an der Kontaktnachverfolgung und Quarantänebetreuung. Ziel ist es, alle Personen die sich angesteckt haben könnten, zu kontaktieren und weitere Maßnahmen zu ergreifen, durch die Infektionen möglichst nicht weitergetragen und weitere Personen möglichst nicht krank werden.

Für ihre Aufgaben in der Kontaktnachverfolgung schult das Gesundheitsamt das Team nach den Richtlinien des Robert Koch Instituts (RKI) und in der Anwendung der speziellen Software, mit der in der Nachverfolgung gearbeitet wird. Alle mit diesen Aufgaben betrauten Mitarbeiter/innen arbeiten insgesamt in 3 Teams in den Verwaltungsgebäuden der Stadtverwaltung.

 

Die Nachverfolgenden

  • recherchieren telefonisch bei positiv getesteten Personen einerseits die mögliche Ansteckungsquelle und  ermitteln andererseits die Kontaktpersonen, die sich angesteckt haben könnten
  • erfassen wesentliche Informationen und Daten der Kontakte in einer speziellen Software
  • übernehmen den telefonischen Kontakt zu den Personen, die in Quarantäne sind als Erkrankte oder auch als Kontaktpersonen; erfragen telefonisch Symptome, bereiten weitere Maßnahmen vor wie z. B. Testungen
  • informieren Betroffene zu Testergebnissen

Mobiles Testteam

Dieses ist im Auftrag des Gesundheitsamtes im Einsatz, um ausschließlich vom Gesundheitsamt Gera ausgelöste Tests bei Kontaktpersonen und Tests in Gemeinschaftseinrichtungen (z. B. Schulen) vorzunehmen. Mehr dazu online unter https://unser.gera.de/corona.

Bundeswehr Amtshilfe-Einsätze

Grundlage für diese und vergleichbare Einsätze der Bundeswehr im Inland ist der Artikel 35 Abs. 1 des Grundgesetzes, der die gegenseitige personelle und materielle Unter­stützung von Landes- und Bundesbehörden erlaubt. Das Landeskommando Thüringen weist im Zusammenhang mit Amtshilfeeinsätzen darauf hin: „Primärauftrag der Streitkräfte ist und bleibt die Gewährleistung der äußeren Sicherheit; Einsätze im Innern unterliegen daher strengen verfassungsrechtlichen Auflagen und werden jeweils im Einzelfall auf ihre Rechtmäßigkeit geprüft.“

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