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Stadtverwaltung muss alle Möglichkeiten nutzen, um Pandemie-Verlauf in den Griff zu bekommen

Dr. Wolfgang Deppe, Sprecher für Gesundheit, zu den aktuellen Zahlen der Corona-Infektionen:

„Fast 1.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Dresden in einer Woche, die Corona-Ampel am 9. November auf 145, die Kapazitäten auf den Intensivstationen werden langsam knapp – das Virus schlägt in Dresden voll zu. Dabei entsteht der Eindruck, dass das Dresdner Gesundheitsamt nicht mehr in der Lage ist, die zur Eindämmung einer weiteren Ausbreitung notwendige Nachverfolgung zuverlässig zu leisten. Eine entsprechende Anfrage, die ich vor zehn Tagen an die Verwaltung gestellt habe, blieb bisher unbeantwortet.

Bereits in der letzten Sitzung des Gesundheitsausschusses am 7. Oktober wurde von der kommissarischen Leiterin des Gesundheitsamtes bei noch nicht einmal 50 Neuinfektionen auf der Corona-Ampel ausgeführt, dass man an den Grenzen seiner Leistungsfähigkeit sei. Als in anderen großen Städten die Zahlen bereits rapide in die Höhe gingen, erfolgten keine ausreichenden personellen Verstärkungen. Man glaubte anscheinend, in Dresden auf einer Insel der Immunen zu sein und weiter an der Durchführung des Striezelmarkts basteln zu können. Die verantwortliche Bürgermeisterin Frau Dr. Kaufmann betont zwar immer den Ernst der Lage, bleibt aber wichtige Antworten schuldig.

Warum erfolgte keine vorausschauende Einarbeitung von anderen Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung, des Freistaats oder der Bundeswehr, die dies ja zeitig angeboten haben, als dazu noch Zeit war? Verfolgt das Gesundheitsamt bei der Kontaktverfolgung die neuartige effizientere Strategie der Infektionscluster-Ermittlung mit der Nachbefragung zu Aufenthaltsorten und Daten-Pooling? Warum sind die Bürgertelefone so schwach besetzt, dass viele Menschen keine Antwort auf ihre Fragen bekommen? Werden alle Möglichkeiten der EDV und moderner Software werden genutzt? Hat das Gesundheitsamt die von der Bundesregierung zur Verfügung gestellten Mittel zur EDV-Aufrüstung genutzt? Kann jede*r Dresdner*in mit begründetem Verdacht getestet werden? Aus den Äußerungen der Bürgermeisterin entsteht der Eindruck, dass das derzeit nicht gesichert ist und weder genügend Tests noch andere Materialien rechtzeitig eingekauft wurden.

Wir Grüne erwarten von der Stadtverwaltung, dass sie alles tut, um die Situation wieder in den Griff zu bekommen, um insbesondere besonders gefährdete Menschen in Alten- und Pflegeheimen rasch und effektiv zu schützen. Alle personellen und technischen Möglichkeiten müssen genutzt und weitere Ressourcen mobilisiert werden. Auch fordern wir, dass Ordnungsamt und Polizei das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen in der Öffentlichkeit wirksam und unnachsichtig kontrollieren. Es ist bisher nicht zu erkennen, dass die Zahlen in Dresden sinken.“

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