Von Dbachmann, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1500795
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Magdeburg. Die Tourismuswirtschaft in Sachsen-Anhalt leidet aktuell stark unter den pandemiebedingten Einbrüchen bei Gästeankünften und Übernachtungen. Zwischen Januar und August 2020 verzeichnete die Branche einen Rückgang bei Übernachtungen von 30,3 Prozent.

Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann bleibt jedoch zuversichtlich, dass die Tourismuswirtschaft mittelfristig auf ihren erfolgreichen Wachstumskurs zurückfinde. Notwendigen Schub hierfür soll dabei auch der neue „Masterplan Tourismus Sachsen-Anhalt 2027“ verleihen, den Willingmann am Dienstag im Landeskabinett vorgestellt hat.

Zentrales Ziel: Bis 2027 soll die Zahl der Übernachtungen auf elf Millionen pro Jahr steigen (2019: rund 8,6 Millionen). „Wir sind fest davon überzeugt, dass der Sachsen-Anhalt-Tourismus nach der Pandemie in die Erfolgsspur zurückfinden wird. Deshalb scheuen wir im Masterplan auch nicht vor ambitionierten Zielen zurück“, so Willingmann.

Während der pandemiebedingten Einschränkungen des Betriebs seit März 2020 konnte die Tourismuswirtschaft in Sachsen-Anhalt bereits umfangreiche Staatshilfen von Bund und Land beziehen.

Über das Soforthilfeprogramm „Sachsen-Anhalt ZUKUNFT“ wurden rund 42 Millionen Euro an mehr als 5.000 Unternehmen der Branche ausgereicht. 389 Unternehmen erhielten zudem 2,7 Millionen Euro Überbrückungshilfen, dem Anschlussprogramm des Bundes für die Monate seit Juni. Dieser stellt nach dem Teil-Lockdown im November zudem weitere Hilfen in Aussicht.

„Auch wenn uns die Corona-Pandemie noch weiterhin alles abverlangen wird, müssen wir jetzt die Weichen für die Zukunft stellen“, betonte Willingmann. „Hierfür bietet der Masterplan, der seit November 2019 gemeinschaftlich mit allen wichtigen Akteuren der Tourismuswirtschaft erarbeitet wurde, eine hervorragende Grundlage.“

Mit Blick auf die langfristigen Ziele des Masterplans erläuterte der Minister: „Wir rücken in den kommenden Jahren Gäste und deren Bedürfnisse noch konsequenter in den Mittelpunkt. Unser Anspruch ist es, dass Tourismusangebote und -werbung künftig noch stärker aus Kundensicht gedacht werden.“

Dafür werde auch das Marketing umgestellt – der Fokus soll auf den absoluten Highlights liegen. „Indem wir unsere touristischen Zugpferde wie Himmelsscheibe, Bauhaus, Elberadweg und Harz noch deutlicher ins Schaufenster stellen, wollen wir mehr Lust auf Sachsen-Anhalt machen und unser Image stärken: als modernes Kulturreiseland mit hoher Servicequalität im Herzen Deutschlands“, erklärte Willingmann. Dies soll künftig verstärkt auch digital erfolgen: Der Masterplan sieht unter anderem den Aufbau neuer digitaler Informations- und Serviceangebote bei der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt vor.

Weitere Ziele sind: mehr Nachhaltigkeit durch neue Zertifizierungsprozesse und den Ausbau klimafreundlicher Mobilität, höhere Wertschöpfung und attraktivere Arbeitsplätze sowie effektivere Tourismusstrukturen.

So soll es bis 2027 auch gelingen, die Schallmauer von elf Millionen Übernachtungen zu durchbrechen (2019: rund 8,6 Millionen, 2016: 7,8 Millionen, 2012: 7,35 Millionen). Basis der neuen Tourismus-Strategie des Landes ist ein breit angelegter Dialogprozess mit Vertreterinnen und Vertretern aus Tourismuswirtschaft, Verbänden, Fachgremien und Ministerien – begleitet vom deutschlandweit tätigen Tourismusberatungsunternehmen Project M.

Willingmann: „Ich danke allen Partnern, die an der Entwicklung des Masterplans mitgewirkt haben und dazu beitragen wollen, die Erfolgsgeschichte des Sachsen-Anhalt-Tourismus auch in den kommenden Jahren fortzuschreiben. Unsere Strategie muss nun schnell und kraftvoll mit Leben erfüllt werden. Hier sind Tourismusverbände und die Landesregierung ebenso gefragt wie Kommunen, gewerbliche Kammern, Vereine und Hochschulen, um Sachsen-Anhalt als Reiseland noch attraktiver zu machen. Der Tourismus ist auch hierzulande ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Er sorgt für regional gebundene Arbeitsplätze und trägt als weicher Standortfaktor maßgeblich zur Entwicklung regionaler Wirtschaftsräume sowie zur Stärkung der regionalen Identität und Kultur bei.“

Der Tourismus in Sachsen-Anhalt hat sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt. Seit 2015 ist die Zahl der Übernachtungen jährlich um rund 3,1 Prozent gestiegen und hat 2019 den neuen Rekordwert von mehr als 8,6 Millionen erreicht.

Willingmann: „Beim Wachstum der vergangenen Jahre hat Sachsen-Anhalt im Vergleich der mitteldeutschen Länder die Nase deutlich vorn. Auch wenn der Tourismus durch die Corona-Pandemie und deren Eindämmung im Jahr 2020 dramatisch gelitten hat, werden die Besucherzahlen zumindest auf mittlere Sicht weiter steigen. Gerade Sachsen-Anhalt wird davon profitieren, dass die Deutschen stärker im Inland auf Entdeckungstour gehen. Durch Kulturdichte und Naturweite verbindet unser Bundesland wie kaum ein anderes Reiseziel in Deutschland Erlebnis mit Erholung.“

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