Von Daniel Schwen - Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1935825
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Hannover. Niedersächsische Hochschulen haben die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) erneut mit ihren Anträgen zur Förderung ihres wissenschaftlichen Nachwuchses überzeugt: Für die viereinhalbjährige Weiterförderung von zwei Graduiertenkollegs an den Universitäten Lüneburg und Hannover sowie für die Einrichtung von zwei Graduiertenkollegs an der Universität Göttingen und einem Kolleg an der Universität Hannover werden in den kommenden Jahren insgesamt rund 24 Millionen Euro nach Niedersachsen fließen. Graduiertenkollegs bieten Doktorandinnen und Doktoranden die Gelegenheit, in einem strukturierten Forschungs- und Qualifizierungsprogramm auf fachlich hohem Niveau zu promovieren.

„Ich gratuliere den drei Universitäten zu ihren erfolgreichen Anträgen“, so Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur Björn Thümler. „Sie zeigen, wie elementar die Überwindung disziplinärer, methodischer und institutioneller Grenzen in Nachwuchsförderung und Forschung ist. Die Graduiertenkollegs werden unter anderem in den Bereichen autonome Systeme, Maschinenbau und nachhaltige Ernährungssysteme wichtige Impulse setzen.“

An der Leibniz Universität Hannover wird das Graduiertenkolleg „Integration und Kollaboration in dynamischen Sensornetzen“ mit rund 4,9 Millionen Euro weitergefördert. Seit 2016 widmen sich die dort Forschenden der Frage, wie die zunehmende Interaktion zwischen Mensch und autonom agierenden technischen Systemen sicherer gestaltet werden kann.

Mit insgesamt 4 Millionen Euro wurde auch die Weiterförderung des Graduiertenkollegs „Kulturen der Kritik: Form, Medien, Effekte“ der Leuphana Universität Lüneburg beschlossen. Das Graduiertenkolleg untersucht unter Beteiligung der Kunstwissenschaft, Medienwissenschaft, Soziologie, Philosophie, Literaturwissenschaft und Wissensgeschichte die Voraussetzungen, Funktionen, Geltungsansprüche und Praktiken von Kritik in historischer sowie gegenwartsbezogener Perspektive.

Die Einrichtung des gemeinsamen, internationalen Graduiertenkollegs „Methoden der numerischen Mechanik in höheren Dimensionen“ der Leibniz Universität Hannover mit der École normale supérieure Paris-Saclay wird mit rund 5 Millionen Euro gefördert. Das Kolleg vereint ein breites Spektrum an Kompetenzen und Forschungshintergründen mit dem Ziel, die Entwicklung effizienter Modellordnungsreduktionsverfahren für die rechnergestützte Mechanik voranzutreiben. Es handelt sich um Grundlagenforschung, bei der mathematische Verfahren zur Bearbeitung nichtlinearer und hochdimensionaler Probleme der Konstruktionstechnik des Maschinenbaus gewonnen werden.

An der Georg-August-Universität Göttingen geht das gemeinsam mit der Universität Leuven (Belgien) initiierte Kolleg „Nachhaltige Ernährungssysteme“ mit rund 5,8 Millionen Euro in seine erste Förderphase. Ausgangspunkt ist der Umstand, dass die Probleme in den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung, Umwelt und Klima eng miteinander verknüpft sind. Traditionelle Ansätze, die lediglich auf die Produktion oder die Wertschöpfungskette schauen, werden den Herausforderungen kaum noch gerecht. Essentiell sind breitere Ansätze zur Analyse von Ernährungssystemen, die alle Akteure und Aktivitäten von der Produktion über den Handel bis hin zum Konsum und den gesundheitlichen Auswirkungen umfassen. Erkenntnisse in diesem Bereich können zu einer besseren Politik für nachhaltige Ernährungssysteme beitragen.

Ebenfalls an der Universität Göttingen wird das interdisziplinäre Graduiertenkolleg „Form-Meaning-Mismatches“ mit rund 4,4 Millionen Euro gefördert. Hier liegt der Fokus auf den in natürlichen Sprachen allgegenwärtigen Diskrepanzen zwischen Form und Bedeutung. Diese sogenannten Mismatches beschreiben das Phänomen, dass nicht jeder Ausdruck in einem Satz zu dessen Bedeutung beitragen und nicht jeder Bedeutungsbeitrag einem Ausdruck im Satz entsprechen muss. Wie sich diese Mismatches entwickelt haben, welche Funktion sie haben und welche Rollen sie beim Spracherwerb spielen, soll im Kolleg untersucht werden. Ziel ist es, einen systematischen Überblick über dieses Phänomen zu schaffen.

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