Stabsunteroffizier Benjamin Weinschenk vom Stabs- und Unterstützungszug Kompanie der Panzergenadier Brigade 37 aus Frankenberg unterstützt Dr. Annelie Jordan im Gesundheitsamt in Mittweida während der Corona-Pandemie, am 21. Oktober 2020. Bildrechte: Bundeswehr/Anne Weinrich, Fotograf: Yvonne Albert
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Bonn. Die Bundeswehr unterstützt im Rahmen der Amtshilfe mittlerweile 297 Gesundheitsämter in allen 16 Bundesländern mit 4.412 Soldatinnen und Soldaten. Die Schwerpunkte der Unterstützung liegen derzeit in Nordrhein-Westfalen (944), Bayern (694) und Berlin (396). Insgesamt sind 4.790 Angehörige der Bundeswehr in unmittelbaren Corona-Hilfeleistungseinsätzen vor Ort aktiv.

Damit ist die Bundeswehr in rund 80 Prozent der deutschen Gesundheitsämter der Städte, Landkreise und Kommunen in Deutschland im Einsatz. Tendenz steigend. Für die Gesundheitsämter wird es zunehmend schwieriger und aufwändiger, alle Corona-Infektionsketten nachzuvollziehen. Die Verstärkung der Bundeswehr ist daher hochwillkommen.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitsämter und -behörden, die zumeist im Schichtbetrieb mit der Kontakt-Nachverfolgung beschäftigt sind, bedeutet Verstärkung durch die „Contact-Tracer“ und „Containment-Scouts“ der Bundeswehr in der Corona-Hilfe eine deutliche Entlastung bei der Kontaktermittlung und Kontaktpersonen-Betreuung.

Für diese Aufgaben sind Freundlichkeit und Fingerspitzengefühl erforderlich. Die Kontakt-Nachverfolger in Uniform durchlaufen daher vor ihrem Einsatz eine Schulung zum „Containment-Scout“. Diese Weiterbildung wurde vom Sanitätsdienst der Bundeswehr in der Corona-Krise entwickelt und dient speziell dazu, Soldatinnen und Soldaten für Einsätze im Telefondienst in Gesundheitsämtern vorzubereiten.

Von der Bedeutung ihrer Arbeit sind die Soldatinnen und Soldaten zumeist schnell überzeugt: „Lediglich die Unterbrechung der Kontakt-Ketten kann die Ausbreitung des Virus effektiv stoppen“, sagt beispielsweise Stabsfeldwebel Holger Franck. Er gehört zu den 30 Soldatinnen und Soldaten des Luftwaffentruppenkommandos, die in den vergangenen Wochen das Gesundheitsamt Köln unterstützten und noch unterstützen.

Bei einigen müsse am Telefon Überzeugungsarbeit geleistet werden. „Auch wenn der Ton in den Telefonaten gelegentlich rauer wurde“, sagt Stabsfeldwebel Nils Voß, Waffensystembearbeiter in der Kölner Luftwaffen-Kaserne, „habe die Strategie ‚Mensch sein und im Gespräch mit den Betroffenen zuhören‘ fast immer geholfen“.

Generalleutnant Martin Schelleis, der als Nationaler Territorialer Befehlshaber die Kräfte der Bundeswehr für die Corona-Hilfe in Deutschland führt, sagte gegenüber Medienvertretern, die Erfahrungen der Soldatinnen und Soldaten in der Amtshilfe seien stets die gleichen: Staunen über das schnelle Erscheinen nach Antragsstellung, Anerkennung der Anpassungs-, Lern- und Selbstorganisationsfähigkeit, die rasch eine effektive Aufgabenerfüllung erlauben, große Dankbarkeit für die Unterstützung und Erstaunen über die Hilfsbereitschaft, Geduld und Freundlichkeit der Uniformträger.

Bei einem Besuch im Gesundheitsamt im sächsischen Freital versprach General Schelleis: „Wir werden unsere Kräfte auch zukünftig bereithalten, um weiterhin schnell und zielgerichtet unterstützen zu können. Wir sind uns der besonderen Verantwortung und des Vertrauens der Bevölkerung bewusst. Wir werden sie nicht enttäuschen.“

Weitere Informationen zum Thema Zivil-Militärische Zusammenarbeit und Amtshilfe finden Sie immer auch hier: https://www.bundeswehr.de/de/organisation/streitkraeftebasis/auftrag/zivil-militaerische-zusammenarbeit

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