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  • Thüringer Zoopark ab Samstag wieder geöffnet

Erfurt. Immer, wenn es eng wird, wenn der Corona-Mindestabstand zwischen Menschen nicht eingehalten werden kann, besteht auch weiterhin in Erfurt Maskenpflicht. So hat die Stadtspitze in ihrer heutigen Beratung entschieden. Die Stadtverwaltung wolle dies noch in dieser Woche in der überarbeiteten Allgemeinverfügung festschreiben, sagte Bürgermeisterin Anke Hofmann-Domke, auch wenn das Land in seiner aktuellen Eindämmungsverordnung keine Maskenpflicht im Freien vorsieht.

„Als Stadt können wir die Verordnung verschärfen, wenn wir es für notwendig erachten. Die Mund-Nase-Bedeckung brauchen wir in der Öffentlichkeit, in der Innenstadt beispielsweise oder an Bus- und Straßenbahnhaltestellen. Denn da kommen sich die Menschen viel zu nah, sodass sie sich gegenseitig anstecken können“, so Hofmann-Domke. Die Stadtverwaltung bereitet jetzt Plakate vor, die schnellstmöglich in der Innenstadt und an den Haltestellen auf die Maskenpflicht hinweisen.

Ebenfalls festhalten will die Stadt an ihrem Alkoholverkaufsverbot zwischen 23 Uhr abends und 5 Uhr morgens. Auch das wird in der Thüringer Verordnung nicht verlangt, aber in der städtischen Verfügung festgeschrieben. Demnach dürfen Tankstellen und Einzelhändler weiterhin nachts keinen Alkohol verkaufen. Auch nächtliche Weinlieferungen z. B. durch einen Pizza-Bringdienst sind untersagt.

Zoopark ab Samstag wieder geöffnet

Der Thüringer Zoopark Erfurt wird ab Samstag seine Tore wieder für Besucherinnen und Besucher öffnen. Das teilte heute der zuständige Finanz- und Wirtschaftsbeigeordnete, Steffen Linnert, mit. Am Wochenende hatte es Verwirrung gegeben, weil der Zoo seine Schließung ab Montag mitteilte, obwohl die ebenfalls ab heute gültige Landesverordnung dies nicht verlangt. Danach können die Außenanlagen von Zoo- und Tierparks weiterhin offen bleiben, während z. B. Museen geschlossen werden müssen. Wie Linnert sagte, kam die Information des Landes Samstagnacht bzw. am Sonntagmorgen schlichtweg zu spät, um adäquat zu handeln. „Es gab am Mittwoch einen eindeutigen Beschluss der Bund-Länder-Konferenz, dass Freizeitparks und ähnliches zu schließen sind. Daraufhin haben wir diskutiert und angenommen, dass unser Erfurter Zoo als Freizeitpark gilt. Weil wir am Freitag eine Entscheidung treffen musste, haben wir die Schließung ab Montag angeordnet. Als das Land nun erst am Sonntag die verbindliche Grundlage mitteilte, war es einfach zu spät für die Öffnung am Montag“, so Linnert. Der Beigeordnete versprach nun die Wiederöffnung am 7. November. „Eher geht es leider nicht. Wir brauchen die nächsten Tage, um das Hygienekonzept der neuen Lage anzupassen.“ Insgesamt findet es Steffen Linnert auch bei der derzeitigen Pandemie-Lage richtig, dass der Erfurter Zoopark für Besucher offen ist. „Der Zoo ist für die Großstädter ein riesiger Landschaftspark. Die Leute wollen an die frische Luft. Da ist der Erfurter Zoopark auch ein wichtiges Vehikel für sozialen Zusammenhalt“, sagte er.

Topf & Söhne sowie Senioren- und Jugendklubs geöffnet

Die Museen in der Landeshauptstadt bleiben bis Ende des Monats geschlossen. Das sieht die aktuelle Thüringer Verordnung vor. Da aber Gedenkstätten, Archive und Bibliotheken offen bleiben dürfen, um Bildungsarbeit zu leisten, wird der Erinnerungsort Topf & Söhne weiterhin geöffnet sein. Jugendhäuser und Seniorenklub dürfen ebenfalls öffnen. „Wir bekommen sonst keine Hinweise auf schwierige Lebenssituationen. Nur so können wir die Menschen beraten“, sagte Erfurts Bürgermeisterin Anke Hofmann-Domke. Allerdings würden die Klubs keine Freizeitaktivitäten anbieten.

Schulen verlangten Corona-Tests

Zwei Schulen in der Landeshauptstadt haben heute aufgrund ihres Hausrechts negative Corona-Tests verlangt, eine staatliche Schule und eine Schule in freier Trägerschaft. Alle Schülerinnen und Schüler, die in Risikogebieten im Urlaub waren, sollten diese vorzeigen. Wenn sie es nicht konnten, wurden sie wieder nach Hause geschickt. Erfurts Bürgermeisterin Anke Hofmann-Domke sagte, dass die Stadtverwaltung darüber nur über die städtische Corona-Hotline Kenntnis erhalten habe, als Eltern sich über dieses Vorgehen beschwerten. „Als Schulträger sind wir bei solchen schulorganisatorischen Fragen außen vor. Das ist Sache der Schulleitung und des Bildungsministeriums. Ich rate aber von solchen Sondertests ab“, sagte sie. Nicht ohne Grund habe die Stadtverwaltung vergangene Woche mit dem Bildungsministerium einen Maßnahmenkatalog erarbeitet, der solche Tests nicht vorsieht.

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