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Berlin. Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung der Bundesregierung noch mindestens ein Jahr brauchen, um aus ihrem pandemiebedingten Tief herauszukommen. Das machte Wirtschaftsminister Peter Altmaier bei der Vorlage seiner Herbstprojektion in Berlin deutlich. Angesichts der zweiten Corona-Welle sieht er die Konjunktur am Scheideweg. „Das Pendel kann in die eine oder andere Richtung ausschlagen“, sagte der Minister.

Ob der erneute Lockdown für die Wirtschaft so glimpflich verläuft wie angenommen, ist völlig offen, sind auch die Freien Demokraten besorgt: „Die Zahlen der Herbstprognose dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in der schwersten Wirtschaftskrise seit Bestehen der Bundesrepublik sind“, sagt FDP-Präsidiumsmitglied Michael Theurer. Der neuerliche Lockdown stelle eine massive Belastung der deutschen Wirtschaft dar, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. „Deshalb muss jetzt schnell und konsequent gehandelt werden.“

Die FDP-Bundestagsfraktion fordert ein Sprint-Hilfsprogramm für die Veranstaltungswirtschaft, für die Gastronomie und den Mittelstand. „Konkret brauchen wir einen Unternehmerlohn und den Verlustrücktrag, damit Verluste mit den Gewinnen der letzten beiden Jahre verrechnet werden können. Dies würde unbürokratisch dringend notwendige Liquidität in die Unternehmen pumpen und die Arbeitsplätze sichern“, wirbt Theurer für die Vorschläge seiner Fraktion.

Die Bundesregierung müsse jetzt schnell handeln, damit es nicht zu einer Pleitewelle beim Gastgewerbe, der Hotellerie und dem Veranstaltungsgewerbe kommt, sagt auch FDP-Wirtschaftspolitiker Reinhard Houben. „Sonst wird der erneute Lockdown die leichte Konjunkturerholung ausbremsen und viele Arbeitsplätze kosten.“ Seiner Ansicht nach würde der faire Unternehmerlohn und die negative Gewinnsteuer dafür sorgen, das prinzipiell gesunde Unternehmen unbürokratisch gesichert werden können.

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