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Jena. JenaKultur, der städtische Eigenbetrieb für Kultur, Kulturelle Bildung, Marketing und Tourismus steht mehr und mehr vor einer inneren Zerreißprobe. Die Diskrepanz zwischen nötiger Pandemiebekämpfung auf der einen und dem Wunsch nach Erhalt kultureller Angebote auf der anderen Seite ist für die Einrichtungen und Mitarbeiter*innen nicht auflösbar.

Wir begrüßen ausdrücklich den politischen Impuls, bundeseinheitliche Maßnahmen ergreifen zu wollen, um die beängstigend steigenden Infektionszahlen wirkungsvoll zu bekämpfen.

Gleichzeitig fürchten wir mehr und mehr um den gesellschaftlichen Konsens. Denn: Immense Anstrengungen wurden in den letzten Monaten unternommen, um hygienesichere Angebote zu unterbreiten. Diese Anstrengungen scheinen kaum wertgeschätzt zu werden, ja, scheinen beinahe umsonst gewesen zu sein, wenn nunmehr wieder vieles auf Null heruntergefahren werden muss und wie es – bezogen auf die politischen Verlautbarungen der letzten Tagen – in der Erklärung des Thüringer Kulturrats heißt, “’Kultur’ an keiner Stelle Erwähnung fand, unsere Belange stattdessen im Kontext von Freizeitgestaltung, Vergnügung und in einem Atemzug mit Fitnessstudios und Bordellen genannt, mithin also zum wiederholten Mal in einem Zusammenhang der Verzichtbarkeit gebracht wurden.”

Wir begrüßen die Logik in der neuen Thüringer Grundverordnung, Kultur und Kulturelle Bildung getrennt zu betrachten und also Kulturelle Bildung ohne Wenn und Aber dem Bildungsbereich zuzuschlagen und deshalb alle Angebote in diesem Segment aufrecht zu erhalten.

Was bedeutet, davon abgeleitet, die neue Grundverordnung für JenaKultur im einzelnen?

  • Alle Veranstaltungen werden abgesagt, darin eingeschlossen sind alle Konzerte der Jenaer Philharmonie.
    (Deren Probenbetrieb, auch der der Chöre, geht unter Einhaltung der Infektionsschutzregeln weiter.)
  • Die Kurse in der Musik- und Kunstschule und der Volkshochschule finden planmäßig statt.
  • Die Ernst-Abbe-Bücherei bleibt geöffnet. Aber Veranstaltungen aller Art, nicht zuletzt der 26. Lesemarathon, müssen abgesagt werden.
  • Die Städtischen Museen Jena werden wie alle übrigen Museen geschlossen. Nach Absprache und im Ausnahmefall sind im Romantikerhaus unter Einhaltung des Infektionsschutzes Bildungsangebote, etwa für Schulklassen, möglich.
  • Wochenmarkt und Bunter Markt finden weiter statt.
  • Zum Weihnachtsmarkt wird eine thüringenweite Lösung angestrebt, die zeitnah mit allen Beteiligten gefunden werden soll, um einen kontraproduktiven “Weihnachtsmarkt-Tourismus” zu vermeiden.
  • Die Jena Tourist-Information bleibt eingeschränkt geöffnet, montags bis freitags von 11 bis 17 Uhr und samstags 10 bis 14 Uhr.

Wir wünschen uns, dass wir gemeinsam solidarisch durch diese Krise kommen. Wir wünschen uns, dass unsere Kund*innen und Nutzer*innen uns weiterhin gewogen bleiben. JenaKultur nimmt ab Montag auch Beratungen zum Thema Kurzarbeit auf.

Ein wichtiger Hinweis: Alle hier formulierten Festlegungen stehen unter dem Parlamentsvorbehalt. Das heißt, Änderungen oder Ergänzungen sind nach der Sitzung des Landtages am kommenden Dienstag möglich. Ebenso kann die Allgemeinverfügung der Stadt Jena, die voraussichtlich ebenso am kommenden Dienstag in Kraft gesetzt wird, Präzisierungen zu den hier dargestellten Regelungen vornehmen.

Auf unserer Website jenakultur.de und im JenaKultur-Blog blog.jena.de/jenakultur/ informieren wir deshalb jederzeit über aktuelle Entwicklungen.

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