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tlv zur neuen Schulordnung:
„Ignoriert Vorschläge aller, die sich damit befasst haben“

Erfurt. Auf die gestern im Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 25 veröffentliche Neufassung der Thüringer Schulordnung reagiert der tlv thüringer lehrerverband mit scharfer Kritik. „Das, was jetzt nach dem monatelangen Zerren Gültigkeit erlangt hat, ignoriert die Vorschläge aller, die sich im Vorfeld damit befasst haben“, so das Fazit des stellvertretenden tlv-Landesvorsitzenden Frank Fritze. „Die Einbeziehung der direkt von den Änderungen Betroffenen diente nur dazu, den Anschein eines demokratischen Vorgehens zu wahren. Tatsächlich wurden die Hinweise derer, die unmittelbar mit der Schulordnung umgehen müssen, einfach übergangen.“

Besonders unverständlich, so Fritze, sei die Nicht-Reaktion der Landesregierung auf den vielfach geäußerten und sachlich begründeten Wunsch, die automatische Versetzung nach den Klassenstufen 5 und 7 abzuschaffen. „Seit der Postkartenaktion mit den Junglehrern vor einem Jahr wissen wir, weiß der Kultusminister, wie wichtig den Kollegen und Kolleginnen dieses Thema ist. Eine im Winter von uns durchgeführte Umfrage dazu brachte ein mehr als eindeutiges Ergebnis: Von den fast 1.100 Teilnehmern sprachen sich 96 Prozent gegen die automatische Versetzung aus! In den verschiedenen Bearbeitungsrunden zur neuen Schulordnung dann wurde der tlv ebenso wie andere Sachverständige mehrfach um Stellungnahme zum Entwurf gebeten. Fakt ist: Nahezu nichts von dem, was wir angemerkt haben, wurde berücksichtigt. Das gilt leider auch für die automatische Versetzung. Wir sind maßlos enttäuscht angesichts dieser offenkundigen Missachtung der Wünsche und Bedürfnisse unserer Mitglieder. Von einem Umgang auf Augenhöhe, wie er gern vom Ministerium propagiert wird, ist da gar nichts zu spüren.“

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