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EKD-Ratsvorsitzender predigt in Gotha – Landesbischof in Bebertal und Querfurt

Erfurt | Magdeburg. Der Reformationstag am 31. Oktober wird von den Gemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) unter Berücksichtigung der entsprechenden Infektionsschutzkonzepte mit Gottesdiensten und Konzerten gefeiert.

Veranstaltungen in Thüringen/Sachsen-Anhalt/Sachsen/Brandenburg (Auswahl):

Bereits am 30. Oktober wird in Gotha das 500-jährige Erscheinungsjubiläum von „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ als eine der reformatorischen Hauptschriften Martin Luthers gefeiert. Die Predigt im Festgottesdienst um 17 Uhr in der Margarethenkirche hält der bayerische Landesbischof und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Prof. Heinrich Bedford-Strohm. Im Anschluss disputiert er mit dem Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow über die Frage „Was bedeutet Freiheit heute?“ (18.30 Uhr, Augustinerkirche). In der Forschungsbibliothek auf Schloss Friedenstein in Gotha wird ein Erstdruck der Lutherschrift aus dem Herbst des Jahres 1520 als UNESCO-Weltdokumentenerbe verwahrt. Das Erscheinungsjubiläum ist Anlass für die Festveranstaltung.

Das Bachfest in Eisenach wird seit dem Reformationsjubiläum 2017 in der Geburtsstadt Johann Sebastian Bachs begangen. Am 31. Oktober gibt es in der Georgenkirche einen Kantaten-Gottesdienst (10 Uhr) und ein Konzert „Das Wohltemperierte Klavier“ mit Christine Schornsheim am Cembalo (15 Uhr). Auf der Wartburg folgt 18 ein Festgottesdienst mit Predigt von Superintendent Ralf-Peter Fuchs. Um 19.30 Uhr wird in die Georgenkirche zum Konzert des Klenke Quartetts (Annegret Klenke, Beate Hartmann, Yvonne Uhlemann, Ruth Kaltenhäuser) mit Werken von Johann Sebastian Bach und Ludwig van Beethoven eingeladen.

In Erfurt im Evangelischen Augustinerkloster startet das Programm um 9.30 Uhr mit einem Kantaten-Gottesdienst mit Predigt von Bischof Ulrich Neymeyr (Bistum Erfurt), Solisten, Augustiner-Kantorei, KMD Prof. Matthias Dreißig an der Orgel und Andreas-Kammerorchester unter der Leitung von LKMD Dietrich Ehrenwerth.

Landesbischof Friedrich Kramer predigt am Reformationstag zunächst im Festgottesdienst (10 Uhr) anlässlich der Wiederindienstnahme der Kirche St. Godeberti in Bebertal im Kirchenkreis Haldensleben-Wolmirstedt. Am Nachmittag (15 Uhr) leitet der Landesbischof in der Stadtkirche von Querfurt im Kirchenkreis Merseburg den Reformationsgottesdienst.

In Magdeburg wird der Reformationstag mit einem Gottesdienst (10 Uhr) in der Johanniskirche begangen. „Die Sprache des Volkes sprechen“ – unter diesem Lebens- und Arbeitsmotto von Martin Luther steht der Gottesdienst, in dem Oberkirchenrat Albrecht Steinhäuser, Beauftragter der Evangelischen Kirchen bei Landtag und Landesregierung Sachsen-Anhalt, predigen wird. Im Magdeburger Dom wird ein Festgottesdienst zum Reformationstag mit Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff, Domprediger Jörg Uhle-Wettler und Prädikant Stephen Gerhard Stehli gefeiert.

Mit einem Regionalgottesdienst wird in der Stadtkirche zu Torgau an die Reformation erinnert. Die Predigt in dem Festgottesdienst (10.30 Uhr) hält Oberkirchenrat Michael Lehmann, Personaldezernent der EKM. Im Kirchenkreis Bad Liebenwerda wird mit einem Gottesdienst (14 Uhr) in der St.-Marien-Kirche in Herzberg (Elster) an den Reformationstag gedacht.

Weitere Veranstaltungen zum Reformationstag unter: www.ekmd.de/veranstaltungen.


Hintergrund:
Laut Überlieferung hat der Mönch und Theologieprofessor Martin Luther am Tag vor Allerheiligen im Jahr 1517 an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg 95 Thesen zu den Themen Ablass und Buße angeschlagen, um eine akademische Diskussion darüber herbeizuführen. Im Kern bestritt er die herrschende Ansicht, der Ablass sei die Voraussetzung, den Menschen von der Sünde zu erlösen. Die von ihm eingeleitete Reformation hatte weitreichende Folgen. So ist es gemäß dem „Priestertum aller Gläubigen“ für evangelische Gemeinden selbstverständlich, dass auch Laien nach einer Ausbildung Gottesdienste halten sowie Mitglied der Kirchenleitung sein können. Außerdem werden Frauen zu Pastorinnen ordiniert. Unmittelbar mit der reformatorischen Bewegung ist das evangelische Pfarrhaus entstanden und Pfarrer gründeten Familien. Luther hatte selbst durch seine Heirat mit Katharina von Bora das Ende des Zölibates für die evangelischen Geistlichen eingeleitet. Weltlichen Bezug erlangte Luthers Wirken, indem er dafür gesorgt hatte, dass Kommunen eigene Sozialhaushalte bekamen.

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