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Leipzig. Wie jeden Donnerstag im Oktober lädt das Bürgerkomitee Leipzig e.V. um 19.00 Uhr zu einem besonderen Filmabend in den ehemaligen Stasi-Kinosaal im Museum in der „Runden Ecke“. Diesmal werden gleich drei Dokumentationen des Autors Christhard Läpple präsentiert. Die Filme „Am Todestreifen – DDR-Grenzer“ und „Die letzte Truppe und der Fall der Mauer“ setzen sich mit den Lebensläufen und Sichtweisen ehemaliger Grenzsoldaten der DDR auseinander. In der Dokumentation „Frühling im Winter – Der Berliner Runde Tisch“ stehen Akteure des Berliner Runden Tisches, der ab Dezember 1989 zusammenkamen, im Mittelpunkt.

Filmreihe „Zeitgeschichte auf der Leinwand im ehem. Stasi-Kinosaal“ am 29. Oktober 2020

Seit September 2019 lädt das Bürgerkomitee Leipzig e.V. zu der neuen Filmreihe „Zeitgeschichte auf der Leinwand im ehem. Stasi-Kinosaal“ ein. In authentischen Räumen der früheren Stasi-Bezirksverwaltung werden dabei Dokumentar- und Spielfilme vorgeführt, die sich mit der kommunistischen Diktatur in SBZ und DDR und deren Beseitigung während der Friedlichen Revolution sowie der Aufarbeitung beschäftigen. Dieses neue Angebot der politischen Bildung soll dazu beitragen, die Erinnerung an das Unrechtsregime der DDR wach zu halten und für die mit der Friedlichen Revolution wiedererrungenen Werte – Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit – zu sensibilisieren. Zugleich können die Filmvorführungen dazu beitragen, die Wahrnehmung des einst einschüchternden Ortes der Diktatur zu verändern. Während der Friedlichen Revolution wurde die „Runde Ecke“ zum symbolischen Ort der siegreichen Bürgerrechtsbewegung über die SED-Diktatur und ist heute ein Ort der Aufklärung und Vermittlung über diese Diktatur sowie deren Überwindung.

Die drei Dokumentationen von Christhard Läpple setzten sich mit Menschen auseinander, die auf sehr unterschiedliche Weise das Ende der DDR und den Fall der Mauer erlebten.

„Frühling im Winter – Der Berliner Runde Tisch“ (1999, 43 Minuten)

Der Berliner Runde Tisch ist nach seiner Einsetzung im Dezember 1989 ein entscheidender Faktor gewesen für die Erfolgsgeschichte der Friedlichen Revolution in der DDR. Dieser letztendlich friedliche Umsturz in der späten Phase der DDR hat die Deutsche Einheit ermöglicht. Der Runde Tisch hatte Vertreter der SED und der Blockparteien sowie der Oppositionsgruppen zusammengebracht. Mehrere Akteure, die am Runden Tisch in Berlin teilgenommen haben, stehen im Mittelpunkt dieser Dokumentation.

„Am Todesstreifen – DDR-Grenzer“ (2020, 44 Minuten)

Wer waren die Menschen, die im Kalten Krieg die heißeste Grenze der Welt bewachten? Was ist aus ihnen geworden? Auch 30 Jahre nach der deutschen Einheit bleibt der DDR-Grenzdienst ein Tabu-Thema. Während die DDR ihre Grenzer als „Helden“ und „Friedensschützer“ feierte, galten sie im Westen als „KZ-Wächter“ und „Mördertruppe“. In der ZDF-Dokumentation „Am Todesstreifen – DDR-Grenzer erzählen“ von Christhard Läpple erzählen ehemalige Grenzer offen und schonungslos über ihre Tage am Todesstreifen.

„Die letzte Truppe und der Fall der Mauer“ (2014, 45 Minuten)

Der Film erzählt die Geschichte des Mauerfalls aus der Sicht von vier Grenzern. Wie empfanden die Männer in Uniform die dramatischen Stunden? Waren sie bereit, als „Armee des Volkes“ auf das eigene Volk zu schießen? Was ist aus ihnen geworden? Wie denken sie über die Nacht, die alles veränderte? Die Dokumentation präsentiert unveröffentlichtes Filmmaterial aus Beständen des Armeefilmstudios der DDR und zitiert aus geheimen Protokollen der Grenztruppen.

Innerhalb des Gebäudes gelten die allgemeinen Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen.

Die Filmreihe wird gefördert durch den Freistaat Sachsen aus dem Programm Revolution Demokratie.

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