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Weimar. Die Stadt Weimar wird die Kapazitäten zur Ermittlung von Kontaktpersonen Corona-Infizierter ausweiten. Da mit der steigenden Zahl an Infektionen auch der Aufwand der Ermittlungen steigt, sollen sechs zusätzliche Mitarbeitende das Gesundheitsamt unterstützen.

Um besonders gefährdete Gruppen, insbesondere ältere Menschen zu schützen, sollen die Testmöglichkeiten etwa des Personals von Pflegeeinrichtungen (stationär und ambulant) ausgeweitet werden. Diese sollen dazu in die Lage versetzt werden, sich selbst regelmäßig zu testen. Ein Treffen von Vertreterinnen und Vertretern der Pflegeeinrichtungen und dem Stab für außergewöhnliche Ereignisse soll in dieser Woche stattfinden.

Da das auch in Weimar seit Tagen steigende Infektionsgeschehen im Wesentlichen auf die Nichteinhaltung der AHA+L-Regel (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken, Lüften) und damit auf den familiären Bereich, private Feiern/Treffen im häuslichen aber auch gastronomischen Bereich, das berufliche Umfeld und private Reisen zurückzuführen ist, werden derzeit weitere mögliche Eindämmungsmaßnahmen diskutiert:

  • Alkoholverbot und Maskenpflicht auf öffentlichen Veranstaltungen
  • Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung für private Unternehmen
  • ein Ausschankschluss ab 22 Uhr
  • Ausdehnen der Test-Durchführungszeiten für Reiserückkehrende

Oberbürgermeister Peter Kleine betonte: „Wir müssen allen Weimarerinnen, Weimarern und Gästen trotz Pandemie ein freiheitliches Alltagsleben ermöglichen. Einen Lockdown wie im März müssen wir nach Kräften verhindern. Darum überlegen wir uns sehr genau, welche Maßnahmen Sinn ergeben und an welcher Stelle sie wirksam und passgenau eingesetzt werden können. Dass auf dem Zwiebelmarkt im Oktober keine Infektionen zustande kamen, kann uns Mut bei den Planungen zum Weihnachtsmarkt machen. Ein Alkoholverbot und die Maskenpflicht könnten ein Teil der Maßnahmen sein.“
Bürgermeister Ralf Kirsten unterstrich: „Wir müssen auch die privaten Arbeitgeber in die Pflicht nehmen. Dass die AHA + L-Regel auch am Arbeitsplatz nicht immer ernst genommen wird, haben uns einige der jüngst aufgetretenen Fälle gezeigt. Die konsequente Einhaltung dieser einfachen Regeln sind aber essenziell, um das Ausbruchsgeschehen möglichst gering zu halten und unsere Mitmenschen wirksam zu schützen.“

Die derzeit geltende Weimarer Allgemeinverfügung geht bereits weiter als viele Verfügungen im Umland, etwa mit der erweiterten Maskenpflicht für Verkaufspersonal und in Arztpraxen oder mit der Pflicht zum Führen von Kontaktlisten auch in gastronomischen Außenbereichen.

Am Wochenende hatte die Stadt Weimar mit einem Inzidenzwert von 44,55 den ersten Schwellenwert von 35 Neuinfektionen/100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen erreicht.

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