Anzeige

Elf Neuinfektionen am Wochenende lassen Inzidenzwert auf 35 klettern
Weitere Zunahme der Fallzahlen gilt als sicher
Vorerst keine schärferen Regeln geplant

Schleiz. In den zurückliegenden Tagen meldeten Thüringer Landkreise und kreisfreie Städte gleich reihenweise drastisch steigende Infektionszahlen. Vielerorts wurde die als kritischer Grenzwert festgelegte Sieben-Tage-Inzidenz von 50 überschritten. Von dieser Entwicklung blieb auch der Saale-Orla-Kreis nicht verschont. Hier kamen am Wochenende gleich elf neue Corona-Fälle hinzu, so dass die Inzidenz – also die Neuinfektionen der zurückliegenden sieben Tage, hochgerechnet auf 100.000 Einwohner – auf 35 und damit den unteren der beiden Grenzwerte kletterte.

„Die Lage wird zunehmend diffus. Viele Kontakte können wir noch nachverfolgen, aber längst nicht mehr alle“, konstatiert Amtsarzt Dr. Torsten Bossert. Die rechtzeitige Quarantänisierung von Infizierten und Kontaktpersonen gilt als das effektivste Mittel gegen die Ausbreitung des Corona-Virus SARS-CoV-2 und hier droht den Gesundheitsämtern die Kontrolle zu entgleiten. „Wenn man am Tag zehn, fünfzehn positive Fälle hat und dazu je zehn Kontaktpersonen, ist das nicht mehr zu machen“, so Dr. Torsten Bossert.

Noch ist es im Saale-Orla-Kreis nicht so weit, doch der Mediziner will sich keinen Illusionen hingeben. „Es ist nicht mehr aufzuhalten. Die Zahlen werden überall steigen – auch bei uns. Es gibt keinen Grund, warum es weniger Fälle werden sollen“, sagt Dr. Torsten Bossert. Deutlich wird das nicht nur an den bundesweit steigenden Fallzahlen, auch vor der eigenen Haustüre wird die Situation kritischer. Mit dem Saale-Holzland-Kreis, dem Vogtlandkreis sowie den Landkreisen Hof und Kronach liegen laut Robert-Koch-Institut gleich vier angrenzende Regionen oberhalb der 50-er Inzidenz. Im Saale-Holzland-Kreis liegt der Wert gar über 100.

Wie komplex das Infektionsgeschehen mittlerweile ist, zeigt das Beispiel Bad Lobenstein. In der zuletzt von Corona-Fällen verschonten Kurstadt gab es am Wochenende gleich vier nachgewiesene Infektionen, die nach bisherigem Kenntnisstand keinerlei Zusammenhang haben. Die weiteren Neuinfektionen im Saale-Orla-Kreis verteilen sich auf Pößneck (2), Tanna (2) und Wurzbach sowie die Verwaltungsgemeinschaften Seenplatte und Ranis-Ziegenrück.

Da der Saale-Orla-Kreis bereits zu Beginn des Monats, als erstmals die Sieben-Tage-Inzidenz von 35 überschritten wurde, eine noch bis 31. Oktober gültige Allgemeinverfügung erließ, sind zunächst keine zusätzlichen Regelungen geplant. Im Pandemiestab des Landratsamtes wurde sich darauf verständigt, die Entwicklung der nächsten Tage zu beobachten und am Donnerstag über das weitere Vorgehen zu entscheiden.

Anzeige