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Bürgermeisterkandidat Güldener: Angriffe auf Politiker zeigen höheren Sicherheitsbedarf

Neuruppin. Bürgermeisterkandidat Michael Güldener (BVB / FREIE WÄHLER) ist nach den jüngsten Vorfällen entschlossen der zunehmenden Gewalt entgegenzutreten. In dieser Woche war Neuruppin gleich drei Mal in den Schlagzeilen. Nun wurde Güldener selber Opfer einer Attacke. „Bei einer Kontrolle sind mir augenscheinliche Einschusslöcher auf meinem Plakat im Ortsteil Buskow aufgefallen. Deshalb habe ich die Plakate der Polizei übergeben und Anzeige erstattet. Die Polizei und der Staatsschutz ermitteln“, so Güldener zu Attacken auf seinen Wahlkampf. Kurz zuvor gab es einen Brandanschlag auf das Auto von Jens-Peter Golde und zuletzt Angriffe von Jugendlichen auf dem Rummel gegen die Polizei.

Die Gewalt wirft kein gutes Bild auf die Sicherheitslage in der Fontanestadt, die schon seit längerem mit derartigen Problemen zu kämpfen hat. „Solche Taten sind mit aller Deutlichkeit zu verurteilen und zu ahnden. Als ehemaliger Polizeibeamter und Sicherheitsexperte kann ich mit dem Druck umgehen. Aber es kann und darf nicht sein, dass die Gewalt eskaliert und die Bürger sich vor allem in der Nacht nicht mehr sicher genug fühlen,“ ist Güldener überzeugt. Zu Beginn seiner Bürgermeisterkandidatur wurde er für seine Mahnung, die öffentliche Sicherheit stärker auf dem Radar zu haben, noch belächelt und teilweise kritisiert: „Die Vorfälle zeigen, dass meine Einschätzung leider richtig war und ist!“

Laut Güldener, der seit vielen Jahren im Sicherheitsgewerbe tätig ist, sind zur Eindämmung der Gewalt und Erhöhung der Sicherheit drei Faktoren ausschlaggebend: Konsequentes Ahnden, ehrlicher Dialog und zielgerichtete Prävention. „Täter, die Menschen angreifen oder Sachen beschädigen, müssen die Härte des Gesetzes zu spüren bekommen. Gleichzeitig müssen wir aber auch in den Dialog gehen und Prävention betreiben. Wenn junge Leute kaum Freizeitmöglichkeiten und wenig Plätze zum Abhängen haben, dann kommen sie eher auf falsche Gedanken,“ ist Güldener, der acht Jahre Schöffe beim Jugendgericht war, überzeugt. Sein Ansatz sind verstärkte Kontrollen des Ordnungsamtes in den Abendstunden und auch am Wochenende. Güldener würde als Bürgermeister auch selbst in den Einsatz gehen: „Ich bin bereit, selber Streife mit dem Ordnungsamt zu laufen und persönlich für Ordnung zu sorgen.“ Eine weitere Möglichkeit wäre es, Kameras an neuralgischen Punkten anzubringen.

Außerdem muss man die Freizeitangebote für junge Leute verbessern und auch den pädagogischen Bereich stärken. Streetworker und Jugendhilfen sind ein Teil des Puzzles zu mehr Sicherheit. „Ich bin der Überzeugung, dass wir mit einem Mix an verschiedenen Maßnahmen die Probleme deutlich reduzieren können. In jedem Fall darf sich eine wehrhafte Demokratie nicht von ein paar Chaoten einschüchtern lassen.“, sagt der 50-Jährige, der schon Prominente wie George Clooney, Matt Damon, Wladimir Klitschko und Joschka Fischer als Bodyguard beschützte.

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