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Halle (Saale). Seit dem heutigen Donnerstag (22. Oktober) gilt in der Stadt Halle (Saale) eine Allgemeinverfügung zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus. Diese Verfügung ergänzt die Maßnahmen, die durch die unverändert geltende 8. Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt geregelt werden.

Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben am Mittwoch in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert.


Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

Am heutigen Mittwoch (21. Oktober) gibt es in der Stadt Halle (Saale) 25 Neuinfektionen. Das ist der höchste Wert, den wir in Halle jemals an einem Tag registrieren mussten.

Aktuell Infizierte in der Stadt: 157 (+21)
In den vergangenen 7 Tagen wurden vor Ort 38,25 (+6,23) Corona-Virus-Ansteckungen je 100.000 Einwohner gemeldet (= 7-Tage-Inzidenz).
(Der Schwellenwert für Halle liegt bei 35 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen.)

Im Krankenhaus behandelte Hallenser: 9 (+2)
davon Intensivbehandlungen: 2 (+1)
Anzahl der gestern durchgeführten Abstriche: 356 (-68)
davon 20 bei Reiserückkehrern

Gesamtsumme der Infizierten: 684 (+25)
Anzahl der Geheilten: 513 (+4)
Wir beklagen Tote: 14 (+/-0)
– mit dem Virus gestorben: 12 (+/-0)
– an dem Virus gestorben: 2 (+/-0)

Zu den 25 Neuinfektionen:
Die 25 Neuinfektionen verteilen sich auf 17 Männer und acht Frauen zwischen Jahrgang 1945 und 2010. Betroffen sind allerdings überwiegend jüngere Menschen, 15 Neuinfektionen betreffen Personen unter 30 Jahren.
Angesichts der großen Menge von positiven Tests sind noch nicht alle Ermittlungen zu Kontaktwegen abgeschlossen.

Bei den Neuinfektionen des heutigen Tages haben wir Infektionen und Kontaktketten festgestellt in:
– in einer Reha-Klinik
– in einer Kinderarztpraxis
– in der DRK-Tagespflege
– im Universtitätsklinikum

Ein weiteres Infektionsgeschehen gibt es innerhalb von Familien. Dadurch bestehen Kontaktketten in elf Gemeinschaftseinrichtungen. Acht davon sind Schulen. Konkret betroffen sind:
– Kita Heide-Nord (Schafschwingelweg)
– Kita „Onkel Uhu“
– Grundschule Rosa Luxemburg (Klasse 1)
– Grundschule Kastanienallee (Klassen 2, 4)
– Gesamtschule Kastanienallee (Klasse 9)
– Christian Wolff Gymnasium (Klassen 5, 7)
– Georg Cantor Gymnasium (Klasse 8)
– Marguerite Friedlaender Gesamtschule (Klassen 5, 6 – hier galt schon Quarantäne)
– BBS Gutjahr
– BBS Friedrich List
– Behindertenwerkstatt Heide-Lettin

Die Einrichtungen sind aktuell ausschließlich über direkte Kontaktpersonen betroffen, es gibt hier also keine Infektionen. Der Fachbereich Gesundheit hat sich mit den Einrichtungen abgestimmt, um Kontaktketten und Kohorten-Bildungen abzufragen und die Quarantäne-Verfügungen entsprechend zu erlassen.

Die Liste zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, in Gemeinschaftseinrichtungen die Kohorten möglichst klein zu bilden. Ich habe es wiederholt gesagt: Je kleiner die Kontaktgruppen in Schulen, Kitas und Horten sind, desto weniger Quarantänen müssen ausgesprochen werden.

Zum Thema Sicherheit und Ordnung:

Die Ordnungskräfte der Stadt haben gestern 74 Quarantäne-Kontrollen durchgeführt, dabei gab es zwei Verstöße. Es wurden Strafanzeigen gestellt. In den sechs Fällen von Quarantäne-Verstößen, die wir vorgestern festgestellt haben, wurden erneute Kontrollen durchgeführt. Gestern wurden alle Personen angetroffen.

Zur Allgemeinverfügung der Stadt Halle (Saale):

Ich hatte in den vergangenen Tagen wiederholt darauf hingewiesen, dass der Pandemiestab der Stadt eine Allgemeinverfügung erarbeitet hat, die bei einer 7-Tage-Inzidenz von über 35 in Kraft treten wird. Mit dem heutigen Tag haben wir in der Stadt diesen Wert deutlich überschritten, wir liegen aktuell bei 38,25.

Damit wird ab Donnerstag, 22. Oktober 2020, eine mit dem Land abgestimmte Allgemeinverfügung für die Stadt Halle (Saale) in Kraft treten. Sie gilt zunächst bis zum Ablauf des 18. November 2020. Die wesentlichen Punkte aus der AV möchte ich vorstellen:

  • Die Verpflichtung, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, gilt künftig in allen öffentlichen Bereichen innerhalb des Innenstadtringes; zudem in der Leipziger Straße sowie auf dem Hans-Dietrich-Genscher-Platz vor dem Bahnhof. Darüber hinaus ist der Mund-Nasen-Schutz auch in allen Bereichen des öffentlichen Raumes des übrigen Stadtgebietes außerhalb von Gebäuden zu tragen, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht durchgehend eingehalten werden kann.
  • Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Das gilt für öffentliche und nichtöffentliche Zusammenkünfte.
  • Private Feiern aller Art in geschlossenen Räumen dürfen die Teilnehmerzahl von 15 nicht überschreiten. Das Feiern auf öffentlichen Plätzen und Anlagen ist unabhängig von der Personenzahl untersagt; dies ist gemäß der geltenden Eindämmungsverordnung bereits jetzt so und wird selbstverständlich weiter gelten.
  • Ein weiterer Punkt der Allgemeinverfügung betrifft Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe. Auch hier wird die Verpflichtung zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen ausgeweitet. Diese ist nur aufgehoben,
  • a. wenn man im Restaurant an seinem Platz sitzt.
  • b. bzw. wenn man im Hotel auf seinem Zimmer ist.
  • In allen Schulen wird das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ausgeweitet. Es gilt dann für das gesamte Schul-Areal. Einzig im Klassenraum besteht die Verpflichtung nicht.
    Sie sehen, dass die Maskenpflicht eine zentrale Rolle spielt bei dem Versuch, das Infektionsgeschehen einzudämmen. Um es an einem ganz konkreten Fall zu verdeutlichen: Sobald Sie den Altstadtring Richtung Innenstadt überqueren, müssen Sie eine Mund-Nasen-Bedeckung aufsetzen. Also analog zur Regelung, wie sie bereits beim Betreten von ÖPNV-Fahrzeugen oder Geschäften gilt.

Schon ab heute werden die Ordnungskräfte in der Stadt auf die ab morgen geltenden Reglungen hinweisen und die Menschen beraten. Wir werden zudem in der Stadt Schilder aufstellen, die auf die Maskenpflicht hinweisen.
Als weitere Maßnahme wird der Pandemiestab ab sofort zweimal täglich zusammentreten und sowohl morgens als auch abends die aktuelle Infektionslage in der Stadt Halle auswerten.

Zum Hallenschen FC:

Der HFC hatte eine Ausnahmegenehmigung, seine Heimspiele vor bis zu 3.000 Zuschauern auszutragen. Als Konsequenz aus der aktuellen Lage wird die Kapazität im Erdgas Sportpark nun auf maximal 1.000 Zuschauer begrenzt. Diese Regelung gilt bereits heute Abend für das Heimspiel gegen den SV Meppen.

Zum Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV):

Die HAVAG hat auf das erhöhte Infektionsgeschehen reagiert und hat in Abstimmung mit dem Fachbereich Gesundheit mit dem heutigen Tag folgende Änderungen eingeführt.

  • In den Straßenbahnen und Bussen werden die Türen wieder automatisch geöffnet.
  • Ebenso wird an den Endhaltestellen eine zusätzliche Lüftung vorgenommen. Hierfür werden die Fahrgäste gebeten, die Wagen kurzzeitig zu verlassen.
  • Nach Betriebsende werden alle Fahrzeuge gründlich gereinigt und desinfiziert. Hierbei kommen Reinigungsmittel zum Einsatz, die die Hülle des Virus zerstören.
  • Unverändert gilt die Pflicht für alle Fahrgäste, während der Fahrt in Bussen und Bahnen einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die HAVAG wird – unterstützt durch Beamte der Polizei – diese Pflicht wieder vermehrt kontrollieren.

Liebe Hallenserinnen und Hallenser,

ich hatte mehrfach darauf hingewiesen, dass die Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner der Wert ist, an dem wir geeignete, erforderliche und angemessene Maßnahmen ergreifen müssen.
Im Vergleich zu anderen Kreisen und Städten liegen wir noch immer in einem niedrigen Bereich, die Tendenz ist jedoch steigend. Vor allem aber lassen sich die Neuinfektionen immer weniger auf kleine Hotspots eingrenzen, sondern streuen mehr und mehr. Dass heute allein acht Schulen betroffen sind, ist ein deutliches Indiz dafür.

Das Gesundheitsamt kann alle Aufgaben bewältigen und die Kontaktketten verfolgen. Viele Bereiche der Verwaltung, aber auch aus den Krankenhäusern erhalten wir viel Unterstützung mit Personal.

Zusammengefasst lautet die Botschaft der Allgemeinverfügung: Tragen Sie die Mund-Nasen-Bedeckung, wenn sie sich im öffentlichen Raum aufhalten oder eine Veranstaltung besuchen. Wir appellieren an die Einsicht alle Einwohnerinnen und Einwohner.

Wie seit Beginn der Pandemie informiert die Stadt fortlaufend auf ihrer Internetseite über den aktuellen Stand. Ich bitte alle Einwohnerinnen und Einwohner: Informieren Sie sich bitte über die offizielle Internetseite der Stadt. Und informieren Sie sich auch grundsätzlich nur über glaubwürdige Quellen.

Bleiben Sie gesund!

Hier finden Sie den Text der Allgemeinverfügung, die Begründung und eine Karte mit dem Areal, in dem Maskenpflicht gilt.


allgemeinverfu_gung_der_stadt_halle__saale__vom_21._oktober_2020_
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