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Zahlen und Einschätzungen zum Infektionsgeschehen in Hamburg
Stand: 22. Oktober 2020 15:00 Uhr

Hamburg. Im zurückliegenden 7-Tages-Zeitraum (Donnerstag bis Donnerstag) sind 1.227 neue Corona-Fälle gemeldet worden, das entspricht einer aktuellen Inzidenz von 64,6.

Seit Beginn der Pandemie und den ersten Fällen in Hamburg haben sich damit mehr als 10.000 Personen in der Stadt infiziert. Das RKI betrachtet 8.000 Personen als genesen – die Zahl der aktuell Infizierten ist also erheblich niedriger, weil der Krankheitsverlauf für viele Personen schon überwunden ist.

Trotz eines gegenwärtig sehr ernstzunehmenden Infektionsgeschehens ist die Situation Hamburgs – sowohl im internationalen Vergleich, als auch im Vergleich zu anderen Großstädten – nach wie vor vergleichsweise beherrschbar: Durch die im Sommer intensiv abgewogenen, zurückhaltenden Lockerungen und gezielte Maßnahmen in den unterschiedlichen Phasen des Infektionsgeschehens, maßgeblich auch durch die in der Fläche überwiegende Akzeptanz für Hygiene- und Abstandsregeln sind die relativen Fallzahlen und die Anstiege in Hamburg weniger gravierend.

Dennoch ist mit dem einsetzenden Herbst und dem zunehmenden Aufenthalt in Innenräumen eine saisonal bedingte Intensivierung des Infektionsgeschehens eingetreten. Die Geschwindigkeit des Anstieges von Infektionen ist zwar nicht eklatant; weil es dennoch immer wieder dazu kommt, dass infizierte Personen das Virus weitergeben, führen die bestehenden Infektionszahlen auf hohem Niveau zu zusätzlichen Infektionen.

Im Rahmen der zunehmend erschwerten Kontaktnachverfolgung beobachten die Gesundheitsämter stellenweise bereits eine „Community-Verbreitung“, also eine Weitergabe, bei der die Identifizierung aller Kontakte nur schwer gelingt. Gleichermaßen gibt es aber auch Fälle, in denen nach der Kontaktermittlung von infizierten Personen als Ergebnis feststeht, dass es keine engen Kontaktpersonen gibt, die präventiv in Quarantäne müssen – das bedeutet, dass in solchen Fällen durch das Einhalten von Schutzmaßnahmen wie der Kontaktreduktion, dem Maskentragen und dem Einhalten von Abstand geglückt ist, andere Personen vor einer Infektion zu bewahren. Diese Schutzmaßnahmen greifen.

Daraus ist eine Schlussfolgerung zulässig: Es ist sinnvoll, in diesem Stadium der Pandemie nicht nötige Kontakte auf ein Minimum zu beschränken. Lange Aufenthalte in schlecht zu lüftenden Innenräumen sollten gemieden werden. Das Tragen von Alltagsmasken sollte, wenn Abstände nicht eingehalten werden können, in den vorgeschriebenen Situationen und freiwillig auch darüber hinaus praktiziert werden. Regelmäßiges Händewaschen und das Einhalten von Abständen von mindestens 1,5 Metern sind weiter erforderlich.

Unter den Personen, die aufgrund eines Kontaktes mit Infizierten und dem Auftreten von Symptomen einen Test durch den Arztruf veranlassen, ist fast jeder Sechste tatsächlich infiziert: 17 Prozent der Tests bei den symptomatischen Personen fallen positiv aus.

Erkrankungen, die eindeutig auf einen Auslandsaufenthalt zurückzuführen sind, treten immer wieder auf – jedoch in geringer Zahl, in der vergangenen Woche handelt es sich dabei um weniger als 20 Fälle (Polen, Griechenland, Italien, Nordmazedonien, Niederlande). Immer wieder kommt es auch zu Zufallsbefunden bei Behandlungsaufnahmen auch unabhängig von Covid-19-Symptomen in die Krankenhäuser. Hier wird systematisch getestet, um den Eintrag von Infektionen zu verhindern. Dieses Vorgehen bewährt sich sehr.

Die Gruppe der Personen im Alter von über 70 Jahren spielt bei den Fallzahlen mittlerweile eine deutliche Rolle. Zwar sind in absoluten Zahlen weiterhin mehr Infektionen bei jungen Menschen zu verzeichnen (von den in KW 42 gesamthaft gemeldeten 884 Fällen sind 240 auf die Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen zurückzuführen; insgesamt 402 von den gesamthaft gemeldeten Fällen gehen auf die Altersgruppe der 20- bis 39-Jährigen zurück).

Problematisch ist bei der Zunahme der Fallzahlen bei älteren Personen (70 der neuen Fälle in KW 42 sind der Personengruppe über 70 Jahren zuzuordnen) jedoch insbesondere der bekannte Zusammenhang von höherem Lebensalter und schweren Verläufen der Covid-19-Erkrankung; von den insgesamt in Hamburg stationär behandelten 79 Patienten sind 38 im Alter von über 70 Jahren.

In den Pflegeeinrichtungen gibt es insgesamt 92 Fälle bei Bewohnern in insgesamt neun betroffenen Einrichtungen; große Ausbrüche sind nach wie vor in nur drei Einrichtungen (in Wandsbek, Nord, Harburg) zu verzeichnen. 42 Beschäftigte in den Einrichtungen sind betroffen.

Die Testkapazitäten Hamburgs sind intensiv ausgelastet. An jedem Werktag werden durchschnittlich 12.500 Tests durchgeführt; 2,1 Prozent der Ergebnisse sind positiv.

Eine Aktualisierung der Eindämmungsverordnung wird morgen Gegenstand einer Sitzung des Senats sein. Über die Ergebnisse wird anschließend informiert.

Informationen für Bürgerinnen und Bürger

Alle wichtigen Informationen sind zentral, stets aktualisiert und verlässlich unter www.hamburg.de/corona zusammengestellt.

Die Corona-Hotline für Bürgerinnen und Bürger ist unter (040) 428 28 4000 werktags von 7 bis 19 Uhr und am Wochenende von 8 bis 17 Uhr verfügbar.

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