Pixabay License
Anzeige

Erfurt. Morgen werden zwei der kommunalen Kindertageseinrichtungen ganztägig bestreikt. In mindestens sieben weiteren Kitas, die sich in Trägerschaft der Landeshauptstadt Erfurt befinden, ist wegen des Streiks mit Einschränkungen in den Betreuungszeiten zu rechnen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Thüringen (GEW) hat zum Warnstreik aufgerufen, um im aktuellen Tarifkonflikt mit dem Bund und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) den Druck zu erhöhen. Die GEW fordert in der Tarifrunde 2020 für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes eine lineare Endgelderhöhung von 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro bei einer 12monatigen Laufzeit. Die kommunalen Arbeitgeber lehnen diese Forderung ab.

Erfurts Bürgermeisterin Anke Hofmann-Domke sieht dem morgigen Streiktag mit gemischten Gefühlen entgegen. „Für die Eltern wird es ganz schwierig, eine Betreuung für ihre Kinder zu bekommen. Da ist Unmut programmiert. Den kann ich gut verstehen. Ich entschuldige mich bei allen berufstätigen Eltern für die Einschränkungen“, sagte sie. Unter den derzeitigen personellen Bedingungen kann die Stadtverwaltung auch keinen Notbetrieb organisieren. Viele Erzieherinnen und Erzieher genießen mit ihren schulpflichtigen Kindern die Herbstferien.

Hofmann-Domke unterstrich aber auch, dass sie Verständnis für die Forderungen der Tarifbeschäftigten habe. „Als Arbeitgeber werden wir deshalb keine Maßnahmen ergreifen, um den Warnstreik zu unterbinden. Das Streikrecht ist ein Grundrecht, das jeder Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin jederzeit wahrnehmen können muss“, sagte Erfurts Bürgermeisterin.

Von der ganztätigen Schließung sind die beiden Kindertagesstätten in der Bleichenstraße betroffen.

Anzeige