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Berlin. Die Länder müssen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass COVID-19-Patienten bestmöglich versorgt werden und gleichzeitig die normale Krankenhausversorgung möglichst umfangreich sichergestellt ist, mahnt der Marburger Bund an.

„Wir stellen uns in den Krankenhäusern auf deutlich mehr COVID-19-Patienten ein. Die Entwicklung der vergangenen vier Wochen deutet darauf hin, dass je nach Alter etwa sechs Prozent der Neuinfizierten eine Krankenhausbehandlung benötigen. Da inzwischen auch ein leichter Anstieg der COVID-19-Fälle in der älteren Bevölkerung zu verzeichnen ist, wird leider auch die Anzahl an schweren Verläufen zunehmen. Darauf sind die Krankenhäuser grundsätzlich gut vorbereitet. Bei weiter steigenden Infektionszahlen im aktuellen Ausmaß müssen aber auf Ebene der Länder Vorkehrungen für den Fall einer zunehmenden Auslastung von Intensivkapazitäten getroffen werden. Dies gilt umso mehr, als dass die bisherige Freihaltepauschale für Krankenhausbetten zum 30. September ausgelaufen ist“, sagte Dr. Susanne Johna, 1. Vorsitzende des Marburger Bundes.

Es bedürfe eines regional und zeitlich gestaffelten Systems der Vorhaltung von Bettenkapazitäten für COVID-19-Patienten. „Ich halte ein gestuftes Vorgehen für sinnvoll, bei dem klar definiert ist, ab welchem Patientenaufkommen auf Normal- und Intensivstation jeweils zusätzliche Behandlungskapazitäten zur Verfügung gestellt werden müssen. Parallel zum Bettenausbau müssen planbare Eingriffe verschoben werden, auch um Personal anders einsetzen zu können“, erläuterte Johna. In der ersten Phase der Pandemie seien gute Erfahrungen damit gemacht worden, dass ein Krankenhaus der Maximalversorgung oder eine Universitätsklinik regional die Koordinierung und Steuerung übernommen habe.

Die MB-Vorsitzende wies auch auf den eigentlichen neuralgischen Punkt in der Versorgung hin: „Wir haben zweifellos eine hohe Anzahl an Intensivbetten, aber nicht genügend Personal, insbesondere in der Intensivpflege. Deswegen können vorhandene Betten auf Grund von Personalmangel nicht selten gar nicht belegt werden. COVID-19 wird uns noch lange beschäftigen, deswegen ist es wichtig zu überlegen, wo Ärztinnen und Ärzte sowie die Pflegenden insbesondere bürokratisch entlastet werden können, um einer Überlastung des Personals entgegen zu wirken.“

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