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Erfurt. Mit dem Wegbrechen von Einnahmen aus Honoraren, Gagen, aber auch Eintrittsgeldern infolge der Corona-Beschränkungen sind Künstlerinnen und Künstler, Kulturschaffende und Kulturorte in besonderer Weise von der aktuellen Krise betroffen.

Dr. Tobias Knoblich, Beigeordneter für Kultur und Stadtentwicklung der Stadt Erfurt stellt fest: „Das negative Erbe der Coronakrise wird vor allem darin bestehen, dass zahlreiche Kultureinrichtungen und Projektträger umso stärker gefährdet sein werden, je kleiner und eigenständiger sie sind. Viele der Angebote und Akteure, auch aus der Veranstaltungsbranche, sind in große Bedrängnis geraten. Es ist davon auszugehen, dass sie diesen massiven Einschnitt nicht ohne Unterstützung verkraften werden. Es ist mir und der gesamten Kulturverwaltung sehr wichtig, dass Kultur in dieser Stadt umfassend unterstützt wird.“

Um ein besseres Bild der genauen Auswirkungen der letzten sieben Monate zu erhalten, führt die Kulturdirektion aktuell eine Umfrage unter Erfurter Kulturschaffenden durch. Die Kulturdirektion wendet sich hierfür gezielt an bekannte Akteure. Aus den Ergebnissen sollen Hilfsmöglichkeiten abgeleitet werden, die zum einen beratenden Charakter haben, aber auch infrastrukturelle oder finanzielle Unterstützung bedeuten können. Die Kulturdirektion hat bereits in den letzten Wochen Kosten für Projektträger übernommen, wo dies im Sinne einer Kooperation möglich war. Wer sich an der Umfrage beteiligen möchte und nicht über den Verteiler der Stadtverwaltung angeschrieben wurde, kann sich per E-Mail an die Kulturdirektion wenden (kulturdirektion@erfurt.de).

Einen kleinen Beitrag zur Unterstützung kann die Kulturdirektion bereits jetzt aus umgelagerten Mitteln leisten. Die Förderung von Mikroprojekten bis 500,00 Euro kann bis 30. November 2020 im Sachgebiet Soziokultur/Kulturelle Bildung beantragt werden. Das ist ein Novum, da die Beantragung sonst nur bis zum 31. August des laufenden Jahres möglich ist. Die Projekte können nach Förderung zudem ausnahmsweise bis 30. Juni 2021 umgesetzt werden.

Antragsberechtigt sind juristische wie natürliche Personen, die mit ihrem Vorhaben nicht rein eigennützig handeln, sondern deren Projekt auch dem kulturellen Gemeinwohl dient. Dabei können Gagen genauso wie Miete oder Materialien abgerechnet werden.

Die Mikroprojektförderung stellt sicher keinen Rettungsschirm für die Erfurter Kulturszene dar – unterstützt aber bei der Ermöglichung von gelebter Kultur in der Stadt. Das Antragsformular (Antrag auf Gewährung Projektförderung) ist unter www.erfurt.de/ef13414 zu finden und bei Herrn Rätsch im Haus Dacheröden abzugeben oder per E-Mail an kulturfoerderung@erfurt.de einzureichen.

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