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Erfurt. Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes fordern in der laufenden Tarifrunde 4,8 Prozent mehr Geld, mindestens jedoch 150 Euro. Des Weiteren soll die Arbeitszeit nach 30 Jahren deutscher Einheit endlich einheitlich auf 39 Stunden pro Woche festgelegt werden. Doch der Bund und die kommunalen Arbeitgeber „mauern“.

Das nach zwei ergebnislosen Verhandlungsrunden am Freitag, den 16. Oktober, von der Arbeitgeberseite vorgelegte Angebot hat viele Kolleg*innen enttäuscht. Sie empfinden das Verhalten der Arbeitgeber – diese streben einen sehr niedrigen Abschluss bei gleichzeitig langer Laufzeit an – als respektlos. Die dritte Verhandlungsrunde beginnt am 22. Oktober in Potsdam.

Die GEW wird am 20. Oktober zwischen 16:00 und 16:30 Uhr eine öffentliche Aktion in Erfurt durchführen. Im Vorfeld hatte die GEW ihre Mitglieder in den kommunalen Erfurter Kitas dazu aufgerufen, für diesen Tag in Stellvertretung für eine persönliche Teilnahme an der Kundgebung eine oder mehrere Playmobilfigur(en) zur Verfügung zu stellen. 330 Figuren werden somit symbolisch für die 330 kommunalen Erfurter Kita-Erzieher*innen „auf dem Platz sein“. Die Figuren, die am Aktionstag auf dem Erfurter Fischmarkt öffentlichkeitswirksam zu einem Demonstrationszug aufgestellt werden, sind als GEW-Streikende gekleidet und mit Transparenten ausgestattet. Die Vorsitzende der GEW Thüringen, Kathrin Vitzthum, wird die „Stellvertreter“-Kundgebung leiten.

Der diesjährige Arbeitskampf kann wegen der Belastungen und der Einschränkungen, die durch die Gesundheitskrise bedingt sind, nur unter stark veränderten Bedingungen stattfinden. Die zuständigen Gremien der GEW haben deshalb mit Beteiligung von Erzieher*innen aus Kitas eine öffentlichkeitswirksame Aktionsform entwickelt, die diesmal als Alternative zu einem herkömmlichen Warnstreik dienen soll. Die GEW Thüringen behält sich Aufrufe zu Warnstreiks unabhängig von dieser Aktion vor.


Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:

Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte Interessenvertretung in Thüringen im Bildungsbereich. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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