Berlin. Im Tarifkonflikt um die Arbeitsbedingungen der 5.000 sächsischen Beschäftigten im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wird die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) am Donnerstag, dem 15. Oktober 2020, den Druck auf die Arbeitgeber mit einem Warnstreik in Sachsen erhöhen.

„Die Arbeitgeberseite hat uns am 12. Oktober ein Angebot vorgelegt, das den Namen nicht verdient“, empört sich Gerd Doepelheuer, Verhandlungsführer und Fachbereichsleiter für den sächsischen Verkehrsbereich.

„Es grenzt an Verhöhnung der Beschäftigten, wenn für Juli 2020 bis Februar 2021 eine Nullrunde angeboten wird und danach die Vergütungen um jährlich 1 Prozent (ab 1. März 2021 und ab 1. März 2022) steigen sollen. Mit einer weiteren Steigerung ab dem 1. März 2023 um 1 Prozent und ab dem 1. Juli 2023 um 1,2 Prozent meinen die Arbeitgeber tatsächlich, die Erwartungen der Beschäftigten zu erfüllen und deren Arbeitsleistung angemessen zu honorieren“, so Doepelheuer.

Neben den bundesweiten Forderungen stehen in Sachsen unter anderem die Reduzierung der Wochenarbeitszeit von aktuell 39 auf 38 Stunden, eine spürbare Gehaltsanhebung und Sonderzahlungen für langjährig Beschäftigte im Fokus.

Der ÖPNV braucht dringend einheitliche Regelungen zur Entlastung für die Beschäftigten, sonst kann die Verkehrswende angesichts des Fachkräftemangels nicht gelingen.

Für den 15. Oktober sind mit Beginn der Frühschichten in den jeweiligen Betriebshöfen die Beschäftigten der nachfolgend genannten Unternehmen zum Warnstreik aufgerufen:

  • Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB), Ganztägiger Warnstreik
  • Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH (LVB)
  • LeoBus GmbH Leipzig
  • Leipziger Stadtverkehrsbetriebe (LSVB).

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