Künstler Veit Goßler unterstützt die Schülerinnen und Schüler.
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Erfurt. Mehrere tausend Verteilerkästen besitzt die Stadt in ganz Erfurt – und damit ebenso viele kleine Flächen, die regelmäßig zum Opfer von Schmierereien und Hassparolen werden. Ein Projekt des Kriminalpräventiven Rates (KPR) der Stadt Erfurt, der Malschule der Erfurter Volkshochschule und des Fördervereins Malschule soll punktuell Abhilfe schaffen. Aus den grauen Kästen sollen kleine Kunstwerke werden.

Dafür verantwortlich sind 18 Schülerinnen und Schüler der Klasse 9c der Staatlichen Regelschule 5 „Otto Lilienthal“ in der Mittelhäuser Straße. Unter professioneller Anleitung von Veit Goßler und Michael Künstler und mit Unterstützung von Kunstlehrerin Angela Sobetzko machen sie sich auf die Suche nach Motiven, die sie mit Spraydosen umsetzen. Dabei können Sie sich die Kniffe und Tricks von den erfahrenen Graffiti-Künstlern abschauen. Acht Kästen werden in Gruppenarbeit gestaltet.

„Das Projekt verfolgt gleich mehrere Ziele“, erklärt Andreas Horn, Beigeordneter für Sicherheit und Umwelt. „Wir beseitigen illegale Graffitis und Hassparolen und beugen weiteren vor. Gleichzeitig werden die Kästen künstlerisch und ganz legal gestaltet.“ Auch Andreas Jäckel von der Erfurter Malschule zeigt sich zuversichtlich, dass die Kunstwerke der Jugendlichen erhalten bleiben. „Das ist ein Ehrenkodex“, so Jäckel.

Kunstlehrerin Angela Sobetzko schätzt den kreativen und pädagogischen Wert des Projektes. „Die Jugendlichen arbeiten zusammen und unterstützen sich innerhalb der Gruppe“, sagt sie mit Blick auf die Mädchen und Jungen. „Sie erleben, dass sie etwas Tolles hinbekommen – auch, wenn man manchmal etwas probieren muss und es nicht immer auf Anhieb klappt.“

Die Klasse 9c macht den Anfang. „Es ist das Pilotprojekt“, so Horn. „Eine Fortsetzung ist von der Stadtverwaltung ganz klar gewünscht.“

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