Foto: Stadtverwaltung Jena

Jena. Der Paradiesvogel ist bereits seit vielen Jahren in Jena heimisch. Sein Revier liegt natürlich in unseren Grünflächen an der Saale, aber auch in den zahlreichen Modegeschäften der Stadt. Doch was hat es mit der Naschkatze, dem Zapfhahn und dem Ohrwurm auf sich? Es sind Lebensarten, die durch die derzeitige Gesundheits- und Wirtschaftskrise bedroht sind. Gastronomie, Einzelhandel, Dienstleister, Kultur, Veranstaltungsbranche und Hotellerie haben mit coronabedingten Umsatz- und Frequenzverlusten zu kämpfen, die die Zukunft vieler Jenaer Unternehmen mit Unsicherheit belasten. Wenn wir diese Unternehmen verlieren, verlieren wir den Charakter unserer Stadt.

Akteure der Stadt haben sich daher zusammengetan, um die bedrohten Lebensarten in Jena zu retten. Denn auch unter Beachtung der Coronaauflagen kann jeder zum Retter bedrohter Lebensarten werden. Wir können nach wie vor shoppen gehen, uns ein Bier oder eine Brause im Wirtshaus schmecken lassen, im Fitnessstudio Gewichte stemmen, die Philharmonie besuchen, abends einen Cocktail trinken oder ein Stück Torte im Kaffeehaus genießen.

Den Startschuss der von der Jenaer Agentur ART-KON-TOR entwickelten Kommunikationskampagne bildet heute eine Plakataktion, bei der sechs verschiedene Motive, dank großartiger Unterstützung von Ströer, auf über 100 Großflächen in der Stadt zur Rettung der bedrohten Lebensarten aufrufen. Postkarten, kleinere Plakate, Aufkleber, Social-Media-Aktivitäten und Stoffbeutel flankieren den Auftakt. Bis in den März hinein werden weitere Motive und Aktionen folgen, um eine dauerhafte Wirkung zu erzielen.


Statements:

Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche dankt für die Initiative aus der Stadtgesellschaft: »Die Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verlangten und verlangen den Bürgerinnen und Bürgern, der Gastronomie, der Hotellerie, dem Einzelhandel und der Veranstaltungsbranche viel ab. In der warmen Jahreszeit konnten einige finanzielle Einbußen ausgeglichen werden. Wir lassen diejenigen nicht hängen, die von Handel und Wandel leben. Ohne Läden, Gastronomie, Hotels, Handwerk und Kultur würde Jena seine Ausstrahlung verlieren. Deshalb unsere Botschaft: Notwendige Corona-Maßnahmen und Genuss müssen sich nicht widersprechen. Schützen wir alle unsere Lebensarten!«

Bürgermeister und Dezernent für Stadtentwicklung und Umwelt Christian Gerlitz:
»In den letzten Monaten haben wir gesehen, was die Jenaer Bürgerinnen und Bürger im Stande sind zu leisten, wenn große Herausforderungen auf sie zu kommen. Nun gilt es unsere in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer attraktiver gewordene Innenstadt genauso wie die Stadtteile zu bewahren. Viele positive Entwicklungen in Jena hängen zusammen mit den Leistungen von Unternehmerinnen und Unternehmern, den vielen Gewerbetreibenden.
Aber gerade die besonders von der Krise betroffenen Gastronomen und Kulturschaffenden benötigen heute unsere Unterstützung sowie das Vertrauen und die Zuversicht unserer Stadtgesellschaft.
Ich freue mich, dass meiner Einladung zu einer gemeinsamen Kampagne so viele Akteure und Unterstützer gefolgt sind, um genau dafür einzustehen. Besonders bemerkenswert ist für mich aber auch, dass wir heute, nicht einmal zwei Monate nach der ersten Idee, bereits die Ergebnisse unserer Arbeit präsentieren können.«

Citymanager Hannes Wolf freut sich über die Kampagne: »Es war der Wunsch vieler Jenaer Unternehmerinnen und Unternehmer, dass wir die Menschen im Rahmen des Möglichen wieder proaktiv zum Besuch unserer Stadt einladen. Wir sind sehr dankbar, dass wir bei Stadtspitze, Stadtverwaltung und vielen anderen – hier sei besonders STRÖER genannt – sehr schnell auf sehr offene Ohren gestoßen sind. Die Idee, die entwickelt wurde, ist fantastisch und bietet viele Anknüpfungspunkte. Wir können nun alle gleich heute auf Stadtsafari gehen, um die bedrohten Lebensarten vorm Aussterben zu bewahren!«

Geschäftsführer JenaWirtschaft Wilfried Röpke:
»Unsere Corona-Unternehmensbefragung zeichnet ein differenziertes Bild der Pandemie-Auswirkungen. Das produzierende Gewerbe und der High-Tech-Sektor scheinen mit einem dunkelblauen Auge durch die Krise zu kommen; sie konnten trotz Problemen beim Absatz und den oft internationalen Lieferketten relativ gut weiterarbeiten. Dem gegenüber bestätigt die Befragung, dass der Shutdown und die anschließenden Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung aber vor allem bei den lokalen Dienstleistern – Hotellerie, Gastronomie, Veranstaltungswirtschaft, Einzelhandel, und vielen mehr – zu großen betriebswirtschaftlichen Schäden geführt hat; viele stehen am existenziellen Abgrund. Die Wirtschaftsförderung unterstützt die Kampagne der Initiative Innenstadt, um den innerstädtischen Absatz anzukurbeln und die Menschen wieder in die Stadt zu locken – und zwar im Einklang mit den Hygienemaßnahmen, um das Infektionsgeschehen im Griff zu behalten.« Laut Röpke sind es besonders die kleinen Läden, Kneipen und Restaurants, die Kultur- und Freizeiteinrichtungen, die die Vielfalt Jenas ausmachen: »Die Lebensqualität vor Ort ist ein ganz wichtiger weicher Standortfaktor für Jena, auch jenseits von absoluten monetären Steuereinnahmen oder Beschäftigtenzahlen dieses Wirtschaftszweiges.«

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