• Analyse offenbart korrekte Diagnose durch Notärztin vor Bekanntwerden des Corona-Ausbruchs in Schleiz
  • Drei weitere Kontaktpersonen positiv
  • Ergebnisse von zweiter Testreihe stehen noch aus

Schleiz. Die Infektionszahlen in Zusammenhang mit dem Corona-Ausbruch in einer Wohnstätte der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein in Schleiz steigen in einem verhältnismäßig überschaubaren Ausmaß an. So wurden dem Fachdienst Gesundheit am heutigen Freitag drei neue Fälle gemeldet. Dabei handelt es sich um Kontaktpersonen zum Ausbruchsgeschehen in Schleiz.

Da die Auswertung einer zweiten Testreihe, die am Mittwoch im Michaelisheim durchgeführt wurde, durch das zuständige Labor in Bad Langensalza noch nicht abgeschlossen ist, ist nicht auszuschließen, dass weitere Infektionen folgen. In der Wohnstätte selbst gibt es gegenüber Donnerstag keine Verschlechterungen des Gesundheitszustands bei einem der Infizierten zu vermelden, wie Martin Scheidt, Geschäftsbereichsleiter Eingliederungshilfen Wohnen / Beratung der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein informiert.

Unterdessen hat eine Prüfung der nach Bekanntwerden des Corona-Ausbruchs vom Fachdienst Gesundheit erhobenen Vorwürfe ergeben, dass eindeutig kein Fehlverhalten einer behandelnden Notärztin vorlag. „Die Ärztin hat eine korrekte Diagnose gestellt und eine adäquate Behandlung eingeleitet. Der Patient ist im Übrigen nicht nach Covid-19 erkrankt oder mit dem SARS-CoV-2-Virus infiziert“, informiert Amtsarzt Dr. Torsten Bossert.

Auch der Vorwurf, dass Erkrankungen im Heim zu spät gemeldet wurden, habe sich erübrigt. „Nach Analyse der schriftlichen Krankenakten der Kalenderwochen 39 und 40 kommt der Fachdienst Gesundheit zu dem Schluss, dass das Ausbruchsgeschehen aufgrund der Besonderheit der gemeinschaftlichen Wohn- und Betreuungssituation in der Einrichtung – trotz der vollumfänglich umgesetzten Maßnahmen des mit dem Fachdienst Gesundheit abgestimmten Infektionsschutzkonzeptes – kaum eher hätte bemerkt werden können“, so Dr. Torsten Bossert.

Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Fälle im Saale-Orla-Kreis kletterte mit den drei Neuinfektionen auf 216. Aktive Infektionen gibt es – ausgehend von der Annahme, dass Infizierte nach zwei Wochen genesen – 37. Dass der Landkreis aufgrund der hohen Fallzahlen zum Risikogebiet erklärt wird, muss nach derzeitigem Informationsstand nicht befürchtet werden. Maßgeblich hierfür ist die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen in der zurückliegenden Woche, hochgerechnet auf 100.000 Einwohner. Stand Freitag liegt der Wert im Saale-Orla-Kreis bei 41,25 und damit unter dem kritischen Wert von 50. Der Großteil der Positivbefunde bei Heimbewohnern und Mitarbeitenden liegt inzwischen sieben Tage zurück, womit diese Fälle zum morgigen Sonnabend aus der Statistik fallen.