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  • Personenkreis für Veranstaltungen wird als Reaktion auf deutliche gestiegene Corona-Zahlen gedeckelt
  • Betrieb von Kindergärten und Schulen bleibt unberührt

Schleiz. Die mit dem Corona-Ausbruch in einer Wohnstätte für behinderte Menschen in Schleiz deutlich gestiegenen Infektionszahlen bleiben nicht ohne Folgen für die Bewohnerinnen und Bewohner des Saale-Orla-Kreises. Stand Montagmittag gab es im Landkreis 28 Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage. Damit ist nicht nur der unrühmliche Spitzenplatz in Thüringen erreicht, sondern auch exakt der Grenzwert von 35 Fällen je 100.000 Einwohner. Ab dieser Marke sind die Landkreise per Gesetz aufgefordert unverzüglich weitere infektionsschutzrechtliche Maßnahmen zu prüfen.

Das Wichtigste vorab: Der Betrieb von Schulen und Kindergärten wird nicht eingeschränkt.

Auch sonst bleibt das öffentliche Leben im Saale-Orla-Kreis weitgehend unberührt. Mit einer Ausnahme: Veranstaltungen – sowohl öffentlicher als auch privater Natur – werden als potenzielle Beschleuniger des Infektionsgeschehens eingeschränkt. Vorerst bis zum Monatsende werden öffentliche Veranstaltungen – darunter fallen auch Sportereignisse – im Freien auf 100 Personen begrenzt, in geschlossenen Räumen dürfen nicht mehr als 50 Menschen teilnehmen. Private Feiern im Landkreis werden bis auf Weiteres nicht mit mehr als 25 Besuchern stattfinden können. Ende entsprechende Allgemeinverfügung wird das Landratsamt des Saale-Orla-Kreises im Laufe der Woche erlassen. Betroffen sind auch Veranstaltungen in größerem Rahmen, die bereits genehmigt wurden.

„Unsere Aufgabe ist es, jetzt sachgerecht und zielgerichtet zu handeln“, sagte Landrat Thomas Fügmann zu den eingeleiteten Schritten. Zwar gibt es aktuell noch zwei kleinere Infektionsherde im Landkreis, der klare Schwerpunkt liegt aber in der Wohnstätte in Schleiz mit bislang 23 positiven Befunden bei Bewohnern und Mitarbeitenden. „Wir haben ein lokales Ausbruchsgeschehen, das sich relativ gut eingrenzen lässt. Aus diesem Grund bleiben die Schulen und Kindergärten geöffnet“, erklärt Thomas Fügmann.

Andererseits sei aber Vorsicht angebracht, da sich das Corona-Virus SARS-CoV-2 durch das verspätete Bekanntwerden des Infektionsgeschehens in Schleiz möglicherweise weiter streuen konnte und die Infektionsketten nicht eindeutig nachvollziehbar sind. Für Amtsarzt Dr. Torsten Bossert liegt jedoch die Vermutung nahe, dass private Feierlichkeiten mit den Neuinfektionen in Zusammenhang stehen. Das nachlassende Bewusstsein für die Hygieneregeln und Abstandsgebote sei insbesondere bei solchen Veranstaltungen zu beobachten. „Es werden Hände geschüttelt, es wird sich umarmt, die Leute lassen es krachen“, so die Feststellung des Mediziners.

Deswegen lautet sein Credo für die kommenden Tage und Wochen: „Jetzt müssen wir Eindämmung betreiben.“ Um dem Virus nicht noch mehr Auftrieb zu geben, sollen nun also die Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen begrenzt werden. „Ich bin optimistisch, dass wir diese schwierige Situation relativ gut meistern werden. Für den Moment bitte ich aber um Verständnis, dass wir mit diesen doch moderaten Maßnahmen dazu beitragen wollen, das Infektionsgeschehen im Saale-Orla-Kreis wieder unter Kontrolle ist“, wirbt Landrat Thomas Fügmann um Einsicht bei der Bevölkerung.

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