Leipziger Forscher entwickeln neuen Corona-Antikörpertest

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Basis für weiterführende Forschung zur tatsächlichen Verbreitung des Corona-Virus in der Bevölkerung

Dresden. Im Rahmen eines breit angelegten Forschungsprojektes haben Leipziger Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen einen hochwertigen Corona-Antikörpertest entwickelt, der sich auch für die Probenahme zu Hause eignet. Das Ergebnis wurde am Mittag Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow in der BioCity in Leipzig vorgestellt.

Die Anwenderinnen und Anwender bekommen mit Hilfe des neuartigen Tests die Gewissheit, ob sie schon mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert waren oder nicht. Der Antikörpertest kann gerade in Schulen, Kitas, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen dafür genutzt werden, Risikogruppen noch besser zu schützen. Dies geschieht durch gezielten Personaleinsatz von Kräften, bei denen Antikörper nachgewiesen wurden und die dadurch ein Ansteckungsrisiko minimieren. Die Wissenschaft gewinnt darüber hinaus wertvolle Daten, um besser abschätzen zu können, wie viele Menschen in welchen Regionen zwischenzeitlich eine Infektion durchgemacht haben.

Der Antikörpertest mit dem Namen »AProof« ist in Zusammenarbeit des Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrums (BBZ) der Universität Leipzig unter Leitung von Prof. Dr. Ralf Hoffmann (Institut für Bioanalytische Chemie, Fakultät für Chemie und Mineralogie) und Prof. Dr. Jörg Gabert von der Firma Adversis Pharma in der BioCity entwickelt worden.

»Damit ist eine wichtige Grundlage für weitere Forschungen geschaffen«, sagte Prof. Hoffmann. »Für eine zuverlässige Testmethode brauchte es im ersten Schritt ein spezifisches Protein, das wir binnen kürzester Zeit identifizierten und für die Verwendung im Test zur Verfügung stellen konnten. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Partnern und dem vorhandenen Know How in der BioCity Leipzig ist es uns gelungen, ein hoch effizientes und in der Datenanalyse sehr wertvolles Diagnostikum herzustellen. Ich bin dankbar für die gute, intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit.«

»Das Ergebnis kann sich sehen lassen«, ergänzte Prof. Gabert. »Der Antikörpertest ist in der Handhabung sehr einfach und liefert in der Auswertung sehr zuverlässige Ergebnisse. Alles was es dafür braucht, sind wenige Tropfen Blut, die auf einen Teststreifen gegeben werden. Sobald das Blut getrocknet ist, kann der Teststreifen an ein Labor geschickt werden. Jedem Test-Set liegt ein individueller Zugangscode bei, unter dem man sich registriert und das Ergebnis online abrufen kann. Die in den Laboren gewonnenen anonymisierten Daten stehen dann zur weiteren Erforschung zur Verfügung.«

Das Gesamtforschungsprojekt ist bis 2022 angelegt und wird mit 323.000 Euro aus Mitteln des Freistaats und der Europäischen Union unterstützt.

Ministerpräsident Michael Kretschmer fügte hinzu:

»Die Entwicklung dieses Antikörpertests ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich Innovationskraft im Freistaat entfaltet. Dass es hier gelungen ist, binnen weniger Monate von der Idee zum fertigen Anwendertest zu kommen, macht deutlich, wie zielorientiert alle beteiligten Forscher, Unternehmen, Behörden und Zertifizierungsstellen hier gearbeitet haben. Darauf können alle sehr stolz sein.«

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Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow sagte:

»Die BioCity Leipzig ist ein über Jahre etabliertes Zentrum für Forschung und Entwicklung im Bereich der Diagnostik und Pharmakologie. Das stellt dieses Forschungsprojekt einmal mehr unter Beweis. Der Schlüssel zum Erfolg ist die enge Vernetzung zwischen universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen an einem Ort. Dabei entstehen Produkte, die den Menschen nicht nur in Sachsen direkt zugutekommen. Jeder hier in die Forschungsförderung investierte Euro ist gut angelegt. Der Freistaat wird deshalb auch in Zukunft nach Kräften unterstützen.«

Die Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.


Hintergrund:

Ein wichtiger Indikator um die Verbreitung des Corona-Virus in der Bevölkerung zu bestimmen, ist der Nachweis von Antikörpern. Im Gegensatz zum Virus selbst, sind die Antikörper, die ein Organismus dagegen ausgebildet hat, länger nachweisbar. Somit lassen sich auch Infektionen erfassen, die der oder die Betroffene noch gar nicht bemerkt hatte. Insgesamt tragen die Antikörper-Tests dazu bei, ein vollständigeres Bild über die tatsächliche Verbreitung des Virus in der Bevölkerung zu bekommen. Darüber hinaus hilft er, Risikogruppen besser schützen zu können.

Das Biotechnologisch-Biomedizinische Zentrum

Das Biotechnologisch-Biomedizinische Zentrum (BBZ) ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Universität Leipzig. Es fördert die Forschung und Entwicklung auf den Gebieten der Biotechnologie und Biomedizin sowie verwandten Disziplinen. Das Zentrum hat seinen Sitz in der BioCity Leipzig, die 2003 im Zuge der Biotechnologie-Offensive des Freistaates Sachsen gegründet wurde. Wissenschaft und Wirtschaft wirken hier gemeinsam unter einem Dach.

https://www.bbz.uni-leipzig.de

Die Adversis Pharma GmbH

Die Adversis Pharma GmbH ist ein im Jahr 2018 gegründetes Biotechnologie-Unternehmen mit Sitz in der BioCity in Leipzig. Adversis Pharma versteht sich als innovativer Dienstleister für die Diagnostik- und Pharmaindustrie, der Testentwicklungen am Markt und seinen Endkunden orientiert und diese mit höchster Priorität verfolgt. Hinter Adversis Pharma steht ein Team aus Gesellschaftern, die auf langjährige Erfahrungen auf dem Gebiet der Klinischen Diagnostik, der strategischen Unternehmensführung so-wie dem internationalen Vertrieb und Marketing verweisen können.

https://adversis-pharma.de


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