Trockenheit gefährdet Leipziger Auwald

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Gesamtkonzept zu Schutz und Entwicklung wird erarbeitet

Leipzig. Die mehrjährige Trockenheit hat die prekäre Situation des Leipziger Auwaldes als herausragenden Landschaftsraum weiter verschärft und verdeutlicht den akuten Handlungsbedarf. Ziel ist eine umfassende Revitalisierung des Auwaldes, der in der Vergangenheit durch menschliche Eingriffe vom prägenden Einfluss des Wassers abgeschnitten wurde. Die Revitalisierung soll im Rahmen eines umfassenden Gesamtkonzeptes und in enger Kooperation unter anderem zwischen der Stadt Leipzig und dem Freistaat Sachsen erfolgen. Dabei sind die vielfältigen Zusammenhänge im Ökosystem zu berücksichtigen und die umfassende Forschung weiter zu forcieren.

Anlässlich einer Begehung des Auwalds erläuterte Sachsens Umweltminister Wolfram Günther: »Wir haben vermehrt Situationen, in denen einerseits Trockenheit herrscht und andererseits Hochwasser auf Grund kurzfristiger starker Niederschläge auftreten. Deshalb gehören Hochwasserschutz und die ökologische Gestaltung von Gewässern und Auenbereichen zusammengedacht. Das gilt gerade auch im Leipziger Auwald als einem ökologisch hoch bedeutsamen Gebiet. Und das gilt, da die Klimawandelfolgen den Auwald stressen. Für die Revitalisierung des Auwalds braucht es die Integration verschiedener Ansprüche und Notwendigkeiten in einer ökologisch ausgerichteten Gesamtkonzeption. Und es braucht die Kooperation der beteiligten Kommunen. Das gehen wir jetzt an.«

Leipzigs Umweltdezernent Heiko Rosenthal erörterte die Sicht der Stadt: »Leipzig hat die Notwendigkeit zum Schutz des Auwaldes, seine Bedeutung für das europäische Schutzgebietssystem (Natura 2000) sowie den dringenden Handlungsbedarf bereits früh erkannt. Auf Grundlage der Vorarbeiten des Grünen Rings Leipzig wurde daher das Förderprojekt »Lebendige Luppe« des Bundesamtes für Naturschutz im Juni 2012 zusammen mit der Stadt Schkeuditz gestartet. Die letzten drei Dürre- und Hitzejahre in Mitteldeutschland machen deutlich, dass der Klimawandel die Probleme im Leipziger Auwald akut verstärkt und ein gemeinsames Handeln erforderlich ist.«

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Der Leipziger Auwald ist ein Landschaftsraum und Ökosystem von gesamteuropäischer Bedeutung. Aufgrund der besonderen Lage in der Großstadt wollen Freistaat und Stadt Leipzig ihre Kräfte zum Schutz des Auwaldes bündeln. Basis der Revitalisierung ist eine zu erarbeitende Gesamtkonzeption. Die Gesamtkonzeption ist auch Voraussetzung für eine angestrebte Überführung in ein Naturschutzgroßprojekt, das sich auf die gesamte Elster-Luppe-Aue im Freistaat bezieht.

Im nördlichen Leipziger Auwald wird das Projekt »Lebendige Luppe« mit der Stadt Schkeuditz und damit über Stadt- und Landkreisgrenze hinweg bearbeitet. Darüber hinaus hat Leipzig ein Auenentwicklungskonzept beauftragt, das mit mittel- und langfristigen Maßnahmen sowohl das Projektgebiet »Lebendige Luppe« sowie den südlichen Leipziger Auwald in einer Gesamtkonzeption betrachtet.

Im Hinblick auf die Nordwestaue geht es um die Wiedervernässung der Aue durch Wiederanbindung von Altläufen. Neben dieser Maßnahme ist es ein zentrales Ziel der Auenrevitalisierung, eine auentyische Überschwemmungs- und Grundwassersituation zu schaffen.


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