Städtetag hält Tarifforderungen wegen Corona-Folgen für unrealistisch

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Städtetags-Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy zu den Tarifforderungen der Gewerkschaften:
„Städte sind sich Verantwortung für ihre Beschäftigten bewusst –
Tarifforderung ist wegen der Folgen der Corona-Pandemie unrealistisch“

Berlin. Die Gewerkschaften ver.di, dbb beamtenbund und tarifunion haben heute ihre Forderungen für die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst für Bund und Kommunen vorgelegt. Der Deutsche Städtetag hält die Forderungen der Gewerk­schaften angesichts der wirtschaftlichen Folgen durch die Corona-Pandemie für unrealistisch. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, sagte: „Die Städte sind sich ihrer Verantwortung gegenüber ihren Beschäftigten bewusst. Sie leisten hervorragende Arbeit und sorgen dafür, dass viele Dienstleistungen trotz Corona weiterlaufen. Die Kommunen sind allerdings durch die Coronakrise auch mit gewaltigen Einnahmeverlusten konfrontiert. In dieser angespannten Situation appellieren wir an die Gewerkschaften, einen maßvollen Tarifabschluss anzustreben.“

Im Einzelnen erklärt der Städtetags-Hauptgeschäftsführer:

„Die COVID-19-Pandemie fordert die Städte und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erheblich. Die Kommunen rechnen mit einem historischen Einbruch ihrer wichtigsten Einnahmequelle, der Gewerbesteuer. Die kommunalen Haushalte werden auch über das Jahr 2020 hinaus deutliche Einbußen erleiden. Dazu kommen fehlende Einnahmen durch wegbrechende Erlöse im öffentlichen Nahverkehr, Bädern und anderen kommunalen Einrichtungen.

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Die kommunalen Beschäftigten leisten seit Monaten hervorragende Arbeit. Sie sorgen dafür, dass viele Dienstleistungen trotz Corona weiterlaufen und die Arbeit der Kommu­nalverwaltungen in nahezu allen Bereichen aufrechterhalten werden konnte. Dafür verdienen sie große Anerkennung. Die Kommunen sind sich ihrer Verantwortung gegen­über ihren Beschäftigten bewusst. Sie bieten den Beschäftigten gute Rahmenbe­dingungen, insbesondere Chancengleichheit, flexible Arbeitszeiten, gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf und vor allem einen krisenfesten sicheren Arbeits­platz. Das ist ein Pfund, gerade angesichts steigender Arbeitslosenzahlen in Teilen der Wirtschaft.

Diese Aspekte sollten ebenso wie die finanziellen Belastungen der Kommunen durch die Corona-Pandemie bei den Tarifverhandlungen nicht außer Acht gelassen werden.“


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