Perspektivwechsel – ein Ausstellungsreigen im ländlichen Raum

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Vom Glück der Provinz
28. August – 10. Oktober 2020
Kooperationsprojekt mit dem Kunstfest Weimar und der ACC Galerie Weimar

Jena. Am Donnerstag, dem 27. August 2020, eröffnet der Jenaer Kunstverein seine diesjährige Herbstausstellung. Die Ausstellung „Vom Glück der Provinz“ findet in Kooperation mit dem Kunstfest Weimar und der ACC Galerie Weimar statt. Es handelt sich um einen dezentralen Ausstellungsreigen, an dem 12 Kulturakteure jenseits der großen Städte(kette) Thüringens beteiligt sind und darauf hinweisen, dass Kultur in Thüringen – 100 Jahre nach seiner Gründung – nicht nur in den Städten stattfindet. Im Jenaer Kunstverein werden diese vielfältigen 12 Einzelausstellungen anhand stellvertretender Exponate wieder zusammengeführt und gemeinsam präsentiert.

Um 20.30 Uhr findet der offizielle Teil der Vernissage vor dem Jenaer Stadtspeicher statt. Anschließend kann die Ausstellung besichtigt werden. Die Teilnehmerzahl ist aus bekannten Gründen begrenzt.

Perspektivwechsel – ein Ausstellungsreigen im ländlichen Raum

Thüringen: reich an Kultur, schwach an Struktur. Was soll, was ist, was kann Thüringen heute sein? Diese Fragen motivierten das Kunstfest Weimar zu seinem dezentralen Ausstellungsreigen. Der Jenaer Kunstverein und die ACC Galerie Weimar haben 12 kleine Ausstellungsprojekte ausgewählt bzw. mitinitiiert, die das Land 100 Jahre nach seiner Gründung reicher machen. Die Projekte kann man sowohl vor Ort, als auch gebündelt in den zentralen Ausstellungen in Jena und Weimar besuchen. Im Zentrum stehen Initiativen oder Künstler*innen, die oft im Verborgenen agieren und darum umso mehr überraschen können.

Die 12 Kulturakteure

Unweit von Jena findet sich fernab der Bundesstraße das Mühlengehöft Plinz (Milda, OT Großkröbitz) des Künstlers Jochen Bach. Garten und Haus sind über und über mit den farbenfrohen Skulpturen und Kunstwerken des Künstlers bestückt. Zum Ausstellungsreigen wird die Ausstellung „Fernes Rauschen, nahes Leuchten“ gezeigt.

Im östlichsten Zipfel Thüringens zeigt die Sammlung Lichtenstein unter dem Titel „Mäzenatentum auf Thüringisch“ Malerei und Grafik zeitgenössischer deutscher Künstler*innen in der Galerie „Pferdestall“ im Kulturhof Quellenhof Göpfersdorf.

Im südthüringischen Stützerbach stellt die Berliner Künstlerin Sonya Schönberger Topfpflanzen aus dem Botanischen Garten Jena im Gundelachschen Haus/Glaserschen Haus aus und zeichnet den Weg der einst exotischen Pflanzen in unsere Wohnungen nach. In der ACC Galerie Weimar wird sie die Zimmerpflanzen aus dem Goethe Nationalmuseum, im Jenaer Kunstverein aus dem Kirstenschen Haus zur Schau stellen.

In der Maschinenzentrale Maxhütte in Unterwellenborn werden Kunstwerke der ehemaligen Maxhüttengalerie ausgestellt werden, die die Darstellung der Arbeitswelt in der DDR-Kunst widerspiegeln.

Im Museum Schloß Burgk (Schleiz) präsentiert die 80.000 Blätter umfassende Exlibris-Sammlung 100 Highlights aus 100 Jahren Thüringen. Im Jenaer Kunstverein wird je ein Exponat aus den zehn Jahrzehnten Thüringens ausgestellt.

In Schwarzburg stellen die Profanarchäologen Sibylle Mania und Martin Neubert ihre porzellanen Fundstücke aus der Schwarza vor. Im Hotel Weißer Hirsch sind „Nacktfrösche“ und andere Scherben zu bestaunen.

Marktplatz

Konkrete Kunst und Poesie der Edition Eugen Gomringer und Ursula Benker-Schirmer präsentiert das Kunsthaus Müller aus Wurzbach. Das deutschlandweit einzige private Museum für Steindruck (Lithografie) ist in den zentralen Ausstellungen in Weimar und Jena zudem mit Stücken aus der Museumssammlung vertreten.

Aus der zweitgrößten Astroplattensammlung weltweit stellt das Astronomiemuseum Sonneberg Sternenkonstellationen der hundertjährigen Landesgeschichte aus. Für den Ausstellungsreigen stellte das Museum zudem wichtige Ereignisdaten der beteiligten Akteure und Galerien zusammen.

Mit „Zeigt her „eure“ Füße – zeigt her „eure“ Strümpf‘: 102 Jahre Strumpftechnologie“ zeigt das Strumpfmuseum in der Südeichsfeldhalle Diedorf die wechselvolle Geschichte der Strickwarenproduktion von 1908 bis 2008 und damit unmittelbar Design und modische Trends der vergangenen Jahrzehnte.

Im Stadtmuseum Neustadt an der Orla stellt der Bildhauer, Maler und Grafiker Andreas Martius seine Werke aus. Im Jenaer Kunstverein ist die Arbeit „Karussell“ zu sehen, deren Motiv auf die einstige Karusselltier-Bauerstadt Neustadt/O. direkt verweist.

Als elfter Akteure treten Yvonne Andrä und Stefan Petermann mit „Landutensil“ lediglich in der ACC Galerie Weimar und dem Jenaer Kunstverein auf. Mit ihrem Buchprojekt „Jenseits der Perlenkette“ besuchten sie die zehn kleinste Dörfer Thüringens, denen sie für das Ausstellungsprojekt jeweils ein Objekt entnahmen und den ursprünglichen, nun leeren Platz fotografisch dokumentierten. Objekt und Fotografie sind in Weimar und Jena zu sehen.

Schließlich präsentiert Benedikt Braun im Gaswerk Weimar seine Arbeit „Schwerkraft 2.0“, in der der aus Schwaben stammende Künstler sich mit den Begriffen der Heimat und Ferne auseinandersetzt.


Dank und Hinweise

Der Jenaer Kunstverein dankt JenaKultur, der Sparkasse Jena Saale-Holzland und der LAG Soziokultur Thüringen für die Förderung des Projekts.
Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten des Jenaer Kunstvereins besichtigt werden. Im Gebäude sowie den Ausstellungsräumen ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Es dürfen sich maximal 4 Besucher*innen zeitgleich i den Räumen aufhalten. Rundgänge durch die Ausstellung werden kurzfristig bekannt gegeben. Begleitend zur Ausstellung wird ein Ausstellungsheft erscheinen.

Weitere Informationen unter:


Marktplatz