Studienergebnisse „Living in Potsdam 2019“ liegen vor

A.Savin, Lizenz: FAL
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Die Erhebung befasste sich mit der Lebenssituation von internationalen Studierenden und WissenschaftlerInnen in Potsdam.

Potsdam. Ende 2019 fand in Potsdam eine Erhebung zur Lebenssituation von internationalen Studierenden und WissenschaftlerInnen, nachfolgend Internationals genannt, statt. Ab sofort sind die Ergebnisse der Studie öffentlich hier einsehbar:

https://www.potsdam.de/internationales-wohnen-living-potsdam-2019

Da keine genauen Daten vorliegen, wie viele Internationals insgesamt in Potsdam im Erhebungszeitraum studierten oder wissenschaftlich arbeiteten, sind die Rückschlüsse auf die Grundgesamtheit nicht repräsentativ. Dennoch geben die Ergebnisse ein umfangreiches Meinungsbild wieder.

Insgesamt nahmen 431 Personen an der Umfrage teil, die Internationals kamen dabei aus 75 Ländern. 82,2 Prozent der Befragten leben in Potsdam, 13,1 Prozent in Berlin sowie 3,3 Prozent im Potsdamer Umland. 39,4 Prozent sind Studierende, 31,8 Prozent Doktoranden, 19,2 Prozent Postdocs und 6,9 Prozent sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Bei 12,6 Prozent der Befragten leben Kinder bzw. Jugendliche unter 18 Jahren im Haushalt.

Die vorliegenden Zahlen untermauern das bereits bekannte Problem der Wohnungsfindung in Potsdam. Eine der größten Schwierigkeiten ist es, in Potsdam eine bezahlbare, an den öffentlichen Nahverkehr angebundene oder in der Nähe der Forschungsstelle bzw. der Universität liegende Wohnung zu finden. Viele der Internationals weichen aus diesem Grund nach Berlin aus.

Wie wichtig sind für internationale Studierende, Doktoranden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bestimmte Wohnkriterien? Der Internetzugang, eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr (mehr als 97 Prozent), sowie ein eigenes Bad und Einkaufsmöglichkeiten (mehr als 87 Prozent) haben bei der Wohnungssuche der Internationals einen sehr hohen Stellenwert.

Die Antworten zur Wohnsituation und -zufriedenheit bestätigen insgesamt, dass Potsdam sehr lebens- und liebenswert ist. Besonders die vielen Grün- und Erholungsflächen, die empfundene öffentliche Sicherheit sowie den Schutz vor Kriminalität bewerten die Internationals als positiv. Am unzufriedensten sind die Internationals mit dem Potsdamer Nachtleben.

Potsdamerinnen und Potsdamer allgemein schätzen die Lebenssituation in Potsdam anders ein. Im Vergleich mit der 2018 durchgeführten Bürgerumfrage „Leben in Potsdam“ (hier einzusehen https://www.potsdam.de/buergerumfragen) zeigen sich deutliche Unterschiede. Dabei bewerten die Internationals öffentliche Sicherheit und Schutz vor Kriminalität deutlich besser als die Potsdamerinnen und Potsdamer, ebenso Kinderbetreuung und Schulversorgung. Dagegen schneiden kulturelle Angebote und Nachtleben in der Bewertung der Potsdamerinnen und Potsdamer deutlich besser ab.

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Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, ihrerseits Anregungen und Wünsche zu formulieren. Dort finden sich vor allem Aussagen zur schwierigen Wohnungs-/Zimmersuche selbst, zur Lage und Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Nahverkehr, Anmerkungen zu Kultur, Sport, Gastronomie und Behörden.

Aus den vorliegenden Zahlen und Hinweisen leiteten die Initiatoren Handlungsempfehlungen ab. Diese Empfehlungen richten sich an die Landeshauptstadt Potsdam in Kooperation mit den Potsdamer Wissenschaftseinrichtungen und an alle Engagierten, denen Weltoffenheit und Internationalität am Herzen liegen. Potsdam kann damit sein Potential als attraktive, internationale Wissenschaftsstadt und als Willkommensregion für Internationals weiterentwickeln.

Die Handlungsempfehlungen werden in Fachgremien diskutiert.

Magdolna Grasnick, die Beauftragte für Migration und Integration der Landeshauptstadt Potsdam, äußerte sich sehr erfreut über die Befragungsergebnisse und die formulierten Handlungsempfehlungen: „Uns liegen jetzt konkrete Zahlen und Aussagen der Befragten und darüber hinaus sogar Handlungsempfehlungen vor, wie wir Internationals vor und während ihres Aufenthaltes unterstützen können. Wir bereiten jetzt dazu den Austausch in den Fachgremien der Landeshauptstadt vor, um konkrete Ideen und Maßnahmen abzuleiten.“

Seit 2015 gibt es einen Zusammenschluss von zahlreichen Akteurinnen und Akteuren in einem Wissenschaftsnetzwerk Potsdamer Willkommensregion – im Einklang mit dem Integrationskonzept der Landeshauptstadt Potsdam. Dieses Netzwerk hat sich zum Ziel gesetzt, Internationals herzlich in unserer Stadt zu begrüßen, sie während ihres Aufenthaltes zu unterstützen, zu beraten und ihnen unsere weltoffene Stadt näher zu bringen.

Seit 2017 besteht innerhalb des Netzwerkes die Arbeitsgruppe „Internationales Wohnen und Begegnen“, die den Fragebogen entwickelt und gemeinsam mit dem Bereich Statistik und Wahlen der Landeshauptstadt Potsdam realisiert hat.

Dem Netzwerk ist bewusst, dass es in Potsdam für viele Menschen schwierig ist, eine neue, bezahlbare Wohnung zu finden.

Die Erhebung wurde im Auftrag des Büros für Chancengleichheit und Vielfalt der Landeshauptstadt Potsdam durchgeführt und ausgewertet.


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