Neues Förderprogramm für Dachbegrünung in Leipzig vorgestellt

In beigefügter Grafik (Stadt Leipzig) handelt es sich bei den roten Flächen um Bereiche mit ungünstiger und sehr ungünstiger thermischer Situation, wo 50 Prozent der Kosten gefördert werden. Bei den orangenen Flächen handelt sich um die Gebiete, in denen eine 25-Prozent-Förderung möglich ist.
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Aus der Dienstberatung des Oberbürgermeisters:

Mehr Grün in die Stadt! Leipzig plant die Förderung von Gründächern, um Anreize für Bauherren und Immobilienbesitzer zu setzen. Eine entsprechende Richtlinie wurde in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters vorgestellt und soll in der Ratsversammlung am 16. September beschlossen werden.

„Die Gründach-Förderrichtlinie leistet einen Beitrag dazu, die Stadt nachhaltig zu entwickeln. Sie bietet Instrumente, die bauliche Innenentwicklung durch die Entwicklung und Gestaltung von Stadtgrün so zu gestalten, dass auch die verdichteten Siedlungsbereiche lebenswert bleiben oder wieder werden“, erläutert Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal. „Die Förderrichtlinie hat das Ziel, die Herstellung von Gründächern auf bestehenden Gebäuden oder Neubauten anzuregen. Zu diesem Zweck wurden für das Jahr 2020 bereits 500.000 Euro in den städtischen Haushalt eingestellt, die voraussichtlich auch in den Jahren 2021 und 2022 bereitstehen sollen.“

Gefördert wird die Planung und Errichtung von Gründächern auf dem Gebiet der Stadt Leipzig. Die Förderquote beträgt 50 Prozent im Klimasanierungsbereich, 25 Prozent im Ergänzungsbereich und 10 Prozent im übrigen Stadtgebiet. Die Gebiete leiten sich aus den Ergebnissen der Stadtklimaanalyse ab, wobei es sich beim Klimasanierungsbereich um Siedlungsbereiche mit ungünstiger und sehr ungünstiger thermischer Situation handelt. Der Ergänzungsbereich umfasst im Wesentlichen die Gebiete mit einer mittleren thermischen Situation. Förderanträge werden nach Beschluss der Richtlinie vom Amt für Umweltschutz der Stadt Leipzig entgegengenommen. Das Umweltinformationszentrum berät.

Peter Heinz, stellvertretender Leiter des Amtes für Umweltschutz: „Die Herausforderungen, die der Klimawandel global, national und lokal verursacht sind derzeit in aller Munde. Die starke Wärmebelastung führt zur Verschärfung eines ohnehin in Städten auftretenden Phänomens, der Ausbildung von Wärme-Inseln. Gründe hierfür sind die dichte Bebauung, die großen Baumassen, die hohe Versiegelung und ggf. der durch die Bebauung eingeschränkte Luftaustausch mit der Umgebung. Ein höherer Energieverbrauch sowie fehlende Grün- und Verdunstungsflächen tragen ebenso dazu bei.“

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Der Wärme-Insel-Effekt führt bei entsprechenden Wetterlagen unter den Stadtbewohnenden zu Hitzebelastung, auch Hitzestress genannt, welche mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität bis hin zu gesundheitlichen Folgen verbunden ist. Eine mögliche Maßnahme, der Ausbildung von Wärme-Inseln entgegen zu wirken oder zumindest für die betroffene Stadtbevölkerung Rückzugsräume zu schaffen, ist die Schaffung von Grünflächen. In städtischen Räumen, die bereits dicht bebaut sind oder einem hohen Bebauungsdruck unterliegen verbleibt auf Grund der Flächenkonkurrenz allerdings oftmals nur noch die Anlage von Gründächern, um eine Entlastung herbeizuführen.

Auch wenn die Dachbegrünung in erster Linie das Stadtklima verbessern soll, sind auch andere positive Effekte wie die Regenwasserrückhaltung, die damit verbundene Erhöhung der Luftfeuchtigkeit sowie der Beitrag zur Luftreinhaltung und die Lebensraumfunktion für Insekten zu nennen.


In beigefügter Grafik (Stadt Leipzig) handelt es sich bei den roten Flächen um Bereiche mit ungünstiger und sehr ungünstiger thermischer Situation, wo 50 Prozent der Kosten gefördert werden. Bei den orangenen Flächen handelt sich um die Gebiete, in denen eine 25-Prozent-Förderung möglich ist.


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