Genesen bedeutet nicht auch geheilt

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  • Neue Post-COVID-Ambulanz am UKJ bietet Patienten mit Langzeitfolgen umfangreiche Hilfe

Jena. Eine Corona-Erkrankung kann für betroffene Patienten erhebliche Spätfolgen haben. Noch Monate später kämpfen viele Patienten mit ihrem Allgemeinempfinden. Wie aber sehen die Langzeitfolgen der Erkrankung COVID-19 genau aus, wenn die eigentliche Infektion überstanden ist? Und wie kann Patienten mit derartigen Symptomen geholfen werden? Genau zu diesem Zweck wurde jetzt am Universitätsklinikum Jena (UKJ) als einzigartiges Angebot eine Post-COVID-Ambulanz eingerichtet.

In der neuen Post-COVID-Ambulanz am UKJ werden alle Patienten behandelt, die an COVID-19 erkrankt waren, genesen sind, jedoch weiterhin über Beschwerden klagen. „Wir erleben es immer wieder, dass sich Patienten besonders nach der stationären Entlassung nicht wieder so gesund fühlen wie vor der Covid-19-Erkrankung“, beschreibt Prof. Dr. Andreas Stallmach, Direktor der Klinik für Innere Medizin IV, die besondere Situation. „Manche klagen über Lungen-, Herz- oder auch Darmbeschwerden, berichtet wird uns aber auch von Schlafstörungen, Konzentrationsmangel, Vergesslichkeit oder Depressionen. Viele Menschen fühlen sich allgemein krank, teils auch ohne klare Symptome“, so der versierte Mediziner.

Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung bedeuten ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. In der neuen Post-COVID-Ambulanz am UKJ agieren deshalb Experten unterschiedlicher Fachrichtungen zusammen: Neurologen, Kardiologen, Pneumologen, Psychiater, Gastroenterologen, Arbeitsmediziner.

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Die ersten Besuche in der Ambulanz sind jedoch zunächst geprägt von einer sehr ausführlichen Anamnese und Diagnostik. Die Krankengeschichte wird detailliert besprochen. Danach folgt ein umfangreiches Untersuchungsprogramm mit Labor, Ultraschall-Untersuchungen oder Funktionstests wie zum Beispiel ein Lungenfunktionstest.

„Ziel ist es, für jeden einzelnen Patienten ein individuell zugeschnittenes, spezifisches Therapiekonzept zu erstellen. Dieses kann bedeuten, dass, in Abhängigkeit des Beschwerdebildes, eine Weiterbehandlung im Gedächtniszentrum erfolgt oder aber in der Kardiologie“, so Prof. Stallmach über das besondere Konzept der neuen Ambulanz.

Dieses ambulante Angebot ist bislang einzigartig in Thüringen. Es spricht alle Patienten an, die eine COVID-19 Erkrankung erlebt haben und Spätfolgen wahrnehmen. Für einen Termin in Post-COVID-Ambulanz benötigen Patienten eine Überweisung ihres Hausarztes. Dieser ist zunächst der erste Ansprechpartner.

Die Sprechzeiten sind aktuell jeweils mittwochs und donnerstags nach telefonischer Vereinbarung.


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