Grüne MV fordern Verlängerung der Regelstudienzeit

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Regelstudienzeit wegen Corona-Pandemie um ein Semester verlängern

Schwerin. Die GRÜNEN in Mecklenburg-Vorpommern sprechen sich für eine Verlängerung der Regelstudienzeit um ein Semester aus, um die coronabedingten Einschränkungen des Hochschulbetriebs im Sommersemester 2020 auszugleichen und die BaföG-Zahlungen zu sichern. Die Landesregierung sollte dem Beispiel von Bundesländern wie Berlin, Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen folgen und zeitnah Planungssicherheit für Studierende schaffen.

Dazu Prof. Dr. Philipp Wichardt, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Wissenschaft, Hochschule und Technologie: „Das Sommersemester war für alle Beteiligten an den Hochschulen eine große Herausforderung. Die Schulen sind aktuell zu Recht im Fokus der Aufmerksamkeit, dennoch darf die Situation der Studierenden im Land nicht vergessen werden. Bei allem was im Sommersemester auch positiv war, gab und gibt es an vielen Stellen eine greifbare Verunsicherung. Insbesondere in Fachbereichen, in denen Labore, Werkstätten oder andere Fachausstattung notwendig sind, hatten Studierende mit erheblichen Einschränkungen zu kämpfen.

Es ist seit geraumer Zeit absehbar, dass sich für viele Studierende das Studium verlängern wird, ohne dass sie dafür die Verantwortung tragen. Ein Überschreiten der Regelstudienzeit oder nicht gemeldete Prüfungen können jedoch schnell zu weiteren Problemen führen, da sie im Konflikt mit Regeln stehen, die für die gegenwärtige Situation schlicht nicht gemacht sind. Verpasste Prüfungen könnten als durchgefallen gewertet werden und ggf. sogar zu Exmatrikulation führen. Das Überschreiten der Regelstudienzeit schafft Probleme beim BAföG.
All das bringt zunächst weitere Unsicherheiten und psychische Belastungen für die Studierenden mit sich. Wir fordern dringend die Studierenden und Hochschulen aus der Verantwortung zu nehmen und schnellst möglich rechtliche Klarheit zu schaffen! Die Landesregierung ist hier in der Pflicht.

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Bildungsministerin Martin hat in der Vergangenheit vergeblich an den Bund appelliert, für das BAföG eine Ausnahmeregelung zu schaffen. Tatsächlich kann sie aber selbst tätig werden, denn die Regelstudienzeit wird grundsätzlich im Landeshochschulgesetz festgelegt. Andere Bundesländer haben bereits Corona-Regelungen in ihre Hochschulgesetze aufgenommen. Mecklenburg-Vorpommern sollte dringend nachziehen. Am besten, wie es Berlin vormacht, mit der vorsorglichen Ermächtigung im Falle eines erneuten Lockdowns eine weitere Verlängerung per Verordnung beschließen zu können. Damit würden auch in Mecklenburg-Vorpommern alle Beteiligten Planungssicherheit erhalten und könnten Ihre Energie auf andere derzeit drängende Fragen verwenden.“


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