Brandenburger Schulen im Normalbetrieb

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Pandemie im Blick
1.544 neue Lehrkräfte eingestellt
Lernen mit digitalen Medien
gut gerüstet ins neue Schuljahr 2020/21

Potsdam. Am Montag (10. August 2020) beginnt für rund 294.000 Schülerinnen und Schüler im Land Brandenburg das neue Schuljahr, darunter für 23.400 Schulanfängerinnen und Schulanfänger. Dafür sind die Brandenburger Schulen gut aufgestellt: 1.544 Lehrerinnen und Lehrer wurden unbefristet neu in den Schuldienst eingestellt (Stand 13. Juli 2020).

1. Schule im Regelbetrieb – die Pandemie im Blick

Bildungsministerin Britta Ernst: „Das Recht auf Bildung ist ein hohes Gut. Wir wollen, dass alle Kinder und Jugendlichen endlich wieder jeden Tag gemeinsam die Schule besuchen und gut lernen können, damit ihr Bildungsweg nicht beeinträchtigt wird. Wir haben schon Anfang Juni entschieden, dass wir von einem Start im Regelbetrieb ausgehen wollen, damit Schulen sich gut vorbereiten konnten. Jetzt starten wir im Regelbetrieb mit allen Schülerinnen und Schülern und voller Stundenzahl. Das Infektionsgeschehen haben wir dabei immer im Blick und werden – wo nötig – schnell darauf reagieren.“

Die Entwicklung des Infektionsgeschehens und die wissenschaftlichen Erkenntnisse über das Virus zeigen: Der Regelbetrieb an den Schulen ist möglich, wenn bestimmte Rahmenbedingungen eingehalten werden.

Regelbetrieb bedeutet: Alle Schülerinnen und Schüler gehen wieder zur Schule (Präsenzunterricht) und werden auf Grundlage der Stundentafel bzw. des Kurssystems (gymnasiale Oberstufe) unterrichtet. Den Schülerinnen und Schülern, bei denen – in Anbetracht des möglichen erheblichen gesundheitlichen Risikos – für längere Zeit eine Abwesenheit vom Präsenzunterricht medizinisch zwingend notwendig ist, werden Unterrichtsangebote für das Lernen gemacht (Distanzlernen).

Der Unterricht ist – soweit möglich – in festen Lerngruppen (Klassen, Kursen) durchzuführen, um enge Kontakte auf einen überschaubaren Personenkreis zu begrenzen. Die Organisation des Unterrichts und des Personaleinsatzes folgt dem Grundsatz, dass aus infektiologischen Gründen nur so viele Lehrkräfte wie nötig in einer Klasse/Lerngruppe unterrichten, aber auch nicht weniger, wie aus fachlichen Gründen im Unterricht erforderlich sind.

Bei der Organisation des Präsenzunterrichts sind folgende Maßgaben zu beachten:

· Bei Covid19-typischen Krankheitszeichen müssen betroffene Personen der Schule fernbleiben (trockener Husten, Fieber, Atembeschwerden, zeitweiser Verlust von Geschmacks-/Geruchssinn, Halsschmerzen).

· Personen, die mit einem nachweislich an COVID-19 Erkrankten in einem Hausstand leben oder Krankheitssymptome von COVID-19 aufweisen bzw. selbst erkrankt sind, dürfen die Schule nicht betreten.

Maskenpflicht an Schulen

Eine Maskenpflicht für alle Schulen wird in die SARS-CoV-2-Umgangsverordnung des Landes Brandenburg aufgenommen, die Anfang nächster Woche vom Kabinett beschlossen werden soll. Dann müssen alle Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und weiteres Personal an Schulen im Schulgebäude eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, aber nicht im Unterricht und nicht auf dem Schulhof. Empfehlung: Schon ab Montag freiwillig eine Maske in der Schule tragen.

Lernstand wurde dokumentiert – Lernausgangslage wird ermittelt

Bildungsministerin Britta Ernst: „Die Schulen konnten im zurückliegenden Schuljahr 2019/20 nicht alle verpflichtenden Inhalte umsetzen. Die Lehrkräfte haben für jede Klasse bzw. jeden Kurs dokumentiert, welche wesentlichen Lerninhalte pandemiebedingt nicht oder nur eingeschränkt unterrichtet werden konnten. Weiterhin wird in den ersten drei Wochen des neuen Schuljahres bei jeder Schülerin und jedem Schüler die individuelle Lernausgangslage in Deutsch, Mathematik, der ersten Fremdsprache sowie den Fächern des naturwissenschaftlichen Lernbereichs ermittelt. Auf dieser Basis wird der Unterricht gestaltet.“

Die Ermittlung der Lernausgangslage ist ein seit Jahren etabliertes und den Lehrkräften vertrautes Instrument. Sie fußt auf einer Sammlung von Aufgaben,

  • mit denen ermittelt werden kann, über welche Kompetenzen die Schülerinnen und Schüler zu Beginn der jeweiligen Jahrgangsstufe schon verfügen und wo der Unterricht in Jahrgangsstufe ansetzen muss, um Stärken zu fördern und Schwächen zu beheben.
    die auf der Grundlage der Standards konzipiert sind, die laut Rahmenlehrplan am Ende der vorherigen Jahrgangsstufe erreicht sein sollen.
  • Im neuen Schuljahr 2020/21 werden – neben der bisher verbindlichen Erhebung der individuellen Lernstandanalysen in den Jahrgangsstufen 1,3 und 5 (ILeA/ILeA+) sowie der Lernausgangslage in Jahrgangsstufe 7 – nunmehr auch in den übrigen Jahrgangsstufen der Primar- und Sekundarstufe I sowie in der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe an beruflichen Gymnasien und Gesamtschulen solche Lernausgangslagen ermittelt.
  • Das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) hat für diese Jahrgangsstufen Materialien bereitgestellt, die die Lehrkräfte bei der Ermittlung der Lernausgangslagen unterstützen. Diese Materialsammlung wurde den Schulen im Juli 2020 als Download zur Verfügung gestellt.

Bildungsministerin Britta Ernst: „Die Auswertung der Lernausgangslagen werden uns voraussichtlich Mitte September vorliegen. Auf Grundlage dieser Rückmeldungen aus den Schulen und Schulämtern werden wir entscheiden, ob ein optionales schulisches Angebot in den Herbstferien 2020 notwendig ist und organisiert werden muss und ob Unterricht am Sonnabend erforderlich ist und wenn ja, jeweils für welche Zielgruppen. Bis Ende November 2020 wird entschieden, ob und für welche Zielgruppen ein schulisches Angebot in den Osterferien 2021 erfolgen soll.“

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Mindestabstand

Der Mindestabstand von 1,50 Meter ist nicht mehr einzuhalten zwischen den Schülerinnen und Schülern untereinander, zwischen den Schülerinnen und Schülern und den Lehrkräften oder dem sonstigen Schulpersonal. Weiterhin einzuhalten ist der Mindestabstand von 1,50 Meter dagegen zwischen den Lehrkräften oder dem sonstigen pädagogischen Personal untereinander sowie im Kontakt mit Eltern und sonstigen Dritten.

Hygienestandards
Den Schülerinnen und Schülern sollen die hygienischen Mindeststandards regelmäßig vermittelt und in Erinnerung gerufen werden, damit sie deren Bedeutung für ihr eigenes soziales Umfeld und die gesamte Gesellschaft begreifen und sie in ihr alltägliches Handlungsrepertoire integrieren.

Dazu gehört auch, dass die Lehrkräfte darauf achten, dass sich Schülerinnen und Schüler an die Verhaltensregeln halten:

· regelmäßiges und ausgiebiges Lüften der Räume, mehrmals täglich, mindestens in jeder Pause zwischen 3 bis 10 Minuten,

· Tragen einer geeigneten Mund-Nasen-Bedeckung im Schulgebäude, nicht im Unterricht

· korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge),

· regelmäßig Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen,

· Berühren von Augen, Nase und Mund vermeiden,

· Ausleih- und Tauschverbot von Gegenständen mit anderen Personen.

Der Hygieneplan der Schule ist den aktuellen Erfordernissen anzupassen. Dazu wurde den Schulen eine Ergänzung zum Hygieneplan zur Verfügung gestellt.

Corona-Tests an Schulen

Bildungsministerin Britta Ernst: „Ab Schuljahresbeginn können sich alle in den Schulen Beschäftigte innerhalb von vier Monaten bis zu sechs Mal auf das Coronavirus SARS-CoV-2 testen lassen. Außerdem sollen im Rahmen einer Stichprobe ein Prozent aller Schülerinnen und Schüler einmal getestet werden, das sind bis zu 2.900 Schülerinnen und Schüler. Dieses Angebot kann freiwillig wahrgenommen werden. Die Testung wird vom vertrauten Hausarzt oder der Hausärztin bzw. Vertragsärzten durchgeführt. Die Kosten werden aus dem allgemeinen Corona-Rettungsschirm des Landes finanziert.“

Einsatz von Lehrkräften

Bildungsministerin Britta Ernst: „Für den schulischen Normalbetrieb im Schuljahr 2020/21 werden alle Lehrkräfte und das sonstige pädagogische Personal in den Schulen gebraucht. Daher gilt: Alle Beschäftigten des Landes, deren Dienstort die Schule ist, sind grundsätzlich an der Schule tätig.“

Gefährdete Lehrkräfte und sonstiges pädagogisches Personal

Ein Teil der Lehrkräfte wird aufgrund von relevanten Vorerkrankungen oder anderer Risiken weiterhin soziale Kontakte meiden müssen. Für das Fernbleiben vom Präsenzunterricht in der Schule braucht es ab dem Schuljahr 2020/21 eine (fach-)ärztliche Bescheinigung, dass eine Infektion mit dem COVID-19-Virus bei der beschäftigten Person zu einem schweren Krankheitsverlauf führen könnte. Lehrkräfte, die attestiert zur Risikogruppe gehören und nicht im Präsenzunterricht in den Schulen eingesetzt werden können, werden vorrangig für das Distanzlernen und in der Unterstützung anderer Lehrkräfte oder für andere dienstliche Aufgaben eingesetzt, von zu Hause aus oder freiwillig in einem geschützten Raum der Schule.

110-20_Schuljahresauftakt 2020_21 Schule im Normalbetrieb – die Pandemie im Blick

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