NABU Thüringen will „wilde Inseln“ schaffen

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Für mehr Artenvielfalt in Thüringen
NABU Thüringen startet Projekt zur Akzeptanzförderung von „verwilderten“ Flächen

Jena. Um die Akzeptanz in der Bevölkerung für das „Verwildern“ von Flächen zu steigern, startet der NABU Thüringen das Projekt „Wilde Inseln“. Einheitsgrün und artenarme Schottergärten sind „out“, in Thüringen sollen jetzt mehr „Wilde Inseln“ für die Artenvielfalt entstehen. Diejenigen, die sich für eine solche Insel entscheiden, können vom NABU mit einer Plakette ausgezeichnet werden. Mit der Aufschrift, „‘Verwildern‘ ausdrücklich erwünscht – Biodiversität willkommen!“, wirbt die Plakette für die Fläche.

Ob im eigenen Garten, im Dorf oder in der Stadt, Wilde Inseln fördern die Biologische Vielfalt. Wenn eine Fläche „verwildert“, ist es für den einen ein Graus und unordentlich – für den anderen ist es eine Freude, wenn plötzlich Eidechsen über den Boden huschen, Vögel munter singen, Bienen lieblich summen und unterschiedlichste Pflanzen durcheinander wachsen. In Zeiten rasenden Artensterbens und ausgeräumter Landschaften will der NABU Thüringen die Menschen dazu bewegen, ein kleines Stück „verwilderte“ Fläche vor ihrer Haustür zuzulassen.

Friedhelm Petzke koordiniert für den NABU Thüringen das Projekt Wilde Inseln und sagt wie´s geht: „Einfach mal ein paar Äste vom Baumschnitt als Totholzhaufen aufschichten, einen kleinen Steinhaufen anlegen oder ein paar Kräuter wie Brennnessel und Dost stehen lassen, das macht nicht viel Arbeit und bietet Lebensraum für Insekten und andere Tiere.“ Seiner Meinung nach muss nicht gleich der ganze Garten ins Kraut schießen. „Eine kleine Ecke, in der man einfach mal die Natur machen lässt, anstatt ständig einzugreifen, die findet sich bestimmt in jedem Garten.“

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Ziel der Aktion „Wilde Inseln“ ist es Menschen dazu zu motivieren, in ihrem Garten, im Dorf oder in der Stadt ein Stück Natur zum großen Teil sich selbst zu überlassen und wildlebende einheimische Tier- und Pflanzenarten zu fördern. Jede Person, die freiwillig eine kleine Insel Natur sich selbst überlässt, kann mitmachen und auf einer interaktiven Karte auf der Internetseite des NABU Thüringen seine Wilde Insel eintragen und kurz beschreiben.

Die Aktion ist allerdings nicht nur auf Gärten beschränkt, auch Dörfer und Städte werden einbezogen. „Jede Kommune hat die eine oder andere Brachfläche, da finden meist schon natürliche Entwicklungsprozesse statt. Oder auch Grünflächen, die alle paar Wochen intensiv gemäht werden und dann im Sommer durch die Sonne verbrennen. Wenn hier der Mäher auch mal stehen bleibt, dann schont das nicht nur die Finanzen, sondert fördert auch die Biodiversität“, erklärt Friedhelm Petzke. „Auch Firmen, die sich mit einer Wilden Insel für die Biologische Vielfalt auf ihrem Gelände einsetzen wollen, können sich an der Aktion beteiligen.“

Gefördert wird die Aktion „Wilde Inseln“ durch die Deutsche Postcode Lotterie und läuft bis April 2022. Weiter Infos zur Aktion: www.Wilde-Inseln.de.


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