Gleichstellungsbeauftragte besorgt über sexualisierte Gewalt gegen Frauen

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Potsdam. Mehrere Vergewaltigungsfälle in Potsdam geben der Potsdamer Gleichstellungsbeauftragten Anlass zur Besorgnis. „Eine Vergewaltigung oder ein sexueller Missbrauch bedeuten eine sehr schwere Verletzung der Persönlichkeit“, sagt die Potsdamer Gleichstellungsbeauftragte Martina Trauth. Sie möchte alle Frauen ermutigen, die Missbrauch erlebt haben, nicht alleine damit umzugehen. „Reden Sie mit einer Person, der Sie vertrauen.“ Für betroffene Frauen und Mädchen ist ein stützendes Umfeld von besonderer Bedeutung, so die Gleichstellungsbeauftragte.

Aber es gibt in Potsdam auch professionelle Unterstützungsangebote wie etwa die Potsdamer Beratungsstelle für Frauen und Mädchen oder die Opferhilfe Land Brandenburg. Die Beratungsstellen können Frauen und Mädchen auch dann helfen, wenn die Gewalterfahrung schon lange zurückliegt oder wenn Sie aktuell von sexualisierter Gewalt bedroht sind.

Jedes Opfer sollte wissen, dass Nötigung und Vergewaltigung Offizialdelikte sind. Das heißt Polizei oder Staatsanwaltschaft müssen ermitteln, sobald sie von diesen Verbrechen Kenntnis erhalten.

Es ist aber bekannt, dass längst nicht alle Frauen, die Opfer sexueller Übergriffe und Vergewaltigung geworden sind, die Tat auch anzeigen. Die Entscheidung, ob eine Anzeige bei der Polizei gestellt werden soll, fällt vielen Betroffenen direkt nach der Tat schwer. „Viele sind traumatisiert und daher nicht in der Lage, eine Entscheidung für oder gegen eine Anzeige zu treffen. Aus Angst oder Scham bleiben viele Opfer medizinisch unversorgt und nehmen keine Hilfe in Anspruch“, sagt Martina Trauth.

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In Brandenburg haben Opfer von Vergewaltigungen die Möglichkeit, in vier Kliniken vertraulich Spuren sichern zu lassen – ohne sofort Anzeige bei der Polizei erstatten zu müssen. So haben sie mehr Zeit, sich diesen Schritt in Ruhe zu überlegen. In Potsdam ist dies im Klinikum Ernst von Bergmann jederzeit möglich.

Wenn ein Opfer in eine der vier Kliniken kommt und zum Beispiel mit dem Schlüsselsatz „Ich brauche dringend ein Gespräch mit einer Gynäkologin“ bzw. „Ich brauche dringend ein Gespräch mit einem Urologen“ diskret darauf aufmerksam macht, dass eine Vergewaltigung stattgefunden hat, wird es unverzüglich zu der entsprechenden Station weitergeleitet. Dort soll in ruhiger Atmosphäre das weitere Vorgehen mit der Ärztin oder dem Arzt beraten werden. Auf Wunsch wird auch der Kontakt zu Opferunterstützungseinrichtungen vermittelt.


Kontaktdaten und Adressen

– Potsdamer Beratungsstelle für Frauen und Mädchen, Garnstraße 33, 14482 Potsdam, Tel.: 0331 974695

– Opferberatung Potsdam, Jägerstraße 36, 14467 Potsdam, Tel.: 0331 280 2725.


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