Köln. Lange befürchtet und jetzt im Rahmen einer groß angelegten Studie über mehr als 10 Millionen Reklamationen, Bewertungen und Beschwerden auch empirisch erwiesen: Der Einfluss von Corona auf die (online verwendete) Sprache war und ist enorm und hat zu einer „erschreckend eindeutig messbar[en]“ Verrohung geführt.

Im Lockdown ist die Lage eskaliert (über 265% häufigere Verwendung von Schimpfworten, die der verantwortliche Autor der Studie als „Ekel erregend, zutiefst abstoßend und abscheulich“ bezeichnet) bevor sie sich durch die Lockerungen wieder sichtlich entspannt hat. Besonders auffällig ist, dass auch die Ausschreitungen in Stuttgart und Frankfurt am Main mit starken Ausschlägen zusammen fallen. Die wissenschaftliche Basis der Studie, die eine „Maledicta-basierte empirische Evidenz“ feststellt, wird anschaulich durch eine interaktive Grafik visualisiert, die die Corona-Chronologie den gemessenen Werten gegenüberstellt.

Beim Lesen der sieben beispielhaft herausgegriffenen Beschimpfungen fällt es schwer, die Contenance zu bewahren – viele der Beschimpfungen bedienen sich eines fremdenfeindlichen, rassistischen und unsäglich hasserfüllten Tons, vor dessen Hintergrund wohl auch die Gesetzesinitiative der Bundesregierung gegen Hass und Hetze im Netz von Anfang Juli ins Leben gerufen wurde.

Heute vor genau einem halben Jahr (dpa-Meldung vom 28. Januar) wurde der erste Fall von Corona in Deutschland gemeldet. Noch heute sind im Netz die Auswirkungen in Form einer unfassbar verrohten Sprache sehr eindeutig messbar.

Direktlink zur Studie: Verrohung der Sprache durch Corona messbar.

Quelle: Reklamation.com GmbH, Köln.


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