Leipzigs Stadtgrün leidet unter Trockenheit

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Bewässerung ist sichergestellt

Leipzigs Stadtgrün leidet aufgrund der vergangenen zwei regenarmen Jahre unter der Trockenheit. Auch 2020 sind bisher in der Vegetationsperiode nennenswerte Niederschläge ausgeblieben.

Die Bewässerung ist dennoch sichergestellt, erläutert Rüdiger Dittmar, Leiter des Amtes für Stadtgrün und Gewässer. „Vor allem junge Stadtbäume müssen zusätzlich bewässert werden. Deshalb gießt der Eigenbetrieb Stadtreinigung Leipzig bereits seit Mai dieses Jahres bis in den September alle 8.337 Bäume, die in den letzten zehn Jahren an Straßen und in öffentlichen Grünanlagen gepflanzt wurden.“ Mittlerweile unterstützen auch externe Firmen die Stadt bei der zusätzlichen Bewässerung.

Rüdiger Dittmar: „Wir freuen uns zudem über jede Wasserspende der Leipziger für das Grün im Wohnumfeld. Vor allem junge Bäume können eigeninitiativ zweimal täglich mit einen Eimer Wasser versorgt werden. So lockert sich die Erde und das Wasser gelangt bis zu den Wurzeln.“

Somit ist das Wässern aller Jungbäume bis zu einer Standzeit von zehn Jahren in den Sommermonaten sichergestellt. Außerdem werden auch Baumbewässerungssäcke bei Neupflanzungen an ausgewählten Standorten aufgestellt. Sie ermöglichen ein langsames Versickern des Wassers in den Boden und kommen an schwierigen Einzelstandorten wie etwa an Böschungen zum Einsatz.

Auch die Rasenflächen, Stauden und Sträucher der öffentlichen Grünanlagen leiden unter der Trockenheit. So erhalten Staudenbeete und Sommerblumenbepflanzungen ebenfalls zusätzlich Wasser. Eine flächendeckende zusätzliche Bewässerung aller Anlagen ist jedoch nicht möglich. Auch Altbäume können nicht zusätzlich gegossen werden, weil deren Bedarf sehr hoch ist und das große und verzweigte Wurzelsystem zudem kaum über die Baumscheibe wirksam erreicht wird.

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Bereits die vergangenen Dürrejahre 2018 und 2019 hatten zu erheblichen Schäden im Baumbestand öffentlicher Grünanlagen, auf städtischen Friedhöfen, im Straßenraum sowie im Stadtwald geführt. Die extreme Trockenheit in den tiefliegenden Bodenschichten (0,5 bis 1,8 Meter) schwächt die Bäume und erleichtert deren Befall mit Krankheiten und Schaderregern. Die Anzahl abgestorbener Bäume, die bei den fortlaufenden Baumkontrollen durch das Fachpersonal des Amtes für Stadtgrün und Gewässer festgestellt werden, steigt ebenso weiter an wie die Anzahl daraus resultierender Fällungen.

„Im Sinne der Anpassung des Leipziger Stadtgrüns an zukünftige Trockenperioden werden schon seit mehreren Jahren verstärkt Baumarten nachgepflanzt, welche hohe Temperaturen, hohe Strahlung und Trockenheit besser vertragen“, erläutert Rüdiger Dittmar. „Dazu gehören unter anderem bekannte Baumarten wie Feld-Ahorn, Robinie, Silber-Linde und Stiel-Eiche. Amberbaum, Zerr-Eiche und Zürgelbaum sind Beispiele für weniger bekannte, aber ebenfalls widerstandsfähige Baumarten.“


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