Freistaat unterstützt Forstwirtschaft in Sachsen

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Minister Günther: Sorge um Sachsens Wald hängt nicht von Eigentumsverhältnissen ab!

Dresden. Angesichts der aktuellen Waldschäden durch Spätfröste, Dürre und Borkenkäferbefall unterstützt der Freistaat Sachsen Privatwaldbesitzerinnen und -besitzer in den besonders stark betroffenen Regionen mit weiterführenden Angeboten des Staatsbetriebs Sachsenforst. Für eine eigentumsübergreifende Sanierung in Gebieten der Borkenkäferbekämpfung wurden zusätzliche Verträge mit Forstunternehmen geschlossen. Hier bietet Sachsenforst im betroffenen Privatwald an, die Aufarbeitung von Schadholz gegen Kostenerstattung für den Unternehmereinsatz zu organisieren.

Forstminister Günther: »Wir brauchen zweierlei, die akute Krisenbewältigung im Zusammenhang vor allem mit dem Borkenkäferbefall sowie den langfristigen Waldumbau. Und auf beiden Schienen unterstützen wir auch die nichtstaatliche Forstwirtschaft. Unsere Sorge um den Wald hängt nicht von Eigentumsverhältnissen ab. Das bedeutet ganz praktische Unterstützung und Beratung auch im Privatwald. Zudem fördern wir die nachhaltige Waldwirtschaft und den Waldumbau. Im Übrigen können Forstbetriebsgemeinschaften einen wichtigen Beitrag leisten, Aufgaben gemeinsam zu schultern.«

Ein Beispiel für die Unterstützung durch Sachsenforst: Allein im Forstbezirk Oberlausitz werden seit dieser Woche 4.000 Kubikmeter geschädigtes Fichtenholz im Privatwald durch forstliche Unternehmen im Auftrag des Staatsbetriebs aufgearbeitet.

14 Waldbesitzer, deren Waldflächen bei Lawalde und in der Nähe von Neusalza-Spremberg liegen, haben das Angebot zur Unterstützung von Sachsenforst angenommen. Das aufgearbeitete Holz wird zur Hälfte durch Sachsenforst verkauft. Die andere Hälfte wird über die Forstbetriebsgemeinschaft Oberlausitzer Bergland veräußert. Der Forstbezirk und die örtliche Forstbetriebsgemeinschaft arbeiten dabei eng zusammen, um Waldbesitzerinnen und -besitzer zu unterstützen.

Eine wichtige Aufgabe von Sachsenforst ist die kostenfreie Beratung zu allen Fragen der ordnungsgemäßen nachhaltigen Waldbewirtschaftung. In Sachsen beraten flächendeckend insgesamt 62 Revierleiterinnen und Revierleiter. Die Nachfrage nach forstlicher Expertise ist gegenwärtig aufgrund der aktuellen Waldschäden besonders hoch. Alleine im ersten Halbjahr 2020 haben die Forstleute über 9.300 Beratungsgespräche geführt.

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Durch die Beratung durch Sachsenforst wurde allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres trotz Corona die Aufarbeitung von über 200.000 Kubikmeter Schadholz im Privatwald durch forstliche Unternehmen initiiert. Außerdem wurde die Waldverjüngung auf einer Fläche von fast 150 Hektar in Gang gebracht.

Neben dem Privatwald unterstützt Sachsenforst auch Körperschaften mit Waldbesitz. In den meisten kommunalen Wäldern übt Sachsenforst die forsttechnische Betriebsleitung und den forstlichen Revierdienst aus.

Zudem ist Sachsenforst auch verantwortlich für alle praktischen Fragen rund um die forstliche Förderung des Privat- und Körperschaftswaldes. Mit der Bewilligungsstelle in Bautzen sowie den spezialisierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Forstbezirken und Schutzgebietsverwaltungen setzt Sachsenforst die Förderrichtlinie Wald und Forstwirtschaft um. Insbesondere die Förderung von Waldumbau- und Waldschutzmaßnahmen wird aktuell stark nachgefragt.

Die Waldfläche in Sachsen umfasst rund 5.200 Quadratkilometer. Davon entfallen gut 2.300 Quadratkilometer und somit knapp 45 Prozent auf den Privatwald. Der Landeswald hat mit etwa 2050 Quadratkilometern einen Anteil von gut 39 Prozent; die übrige Waldfläche gehört vor allem Kommunen, dem Bund oder der Kirche.

Interessierte Waldbesitzerinnen und -besitzer können sich zu den Leistungen von Sachsenforst für den Privat- und Körperschaftswald im Waldbesitzerportal unter www.sachsenforst.de/waldbesitzer informieren oder sich an den zuständigen Forstbezirk beziehungsweise die Revierleiterinnen und Revierleiter wenden.


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