Es drohen erhebliche Liquiditäts- und Solvenzprobleme ganzer Branchen

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Systemische Risiken weiter erhöht

Berlin. Im Unternehmenssektor drohen erhebliche Liquiditäts- und Solvenzprobleme. Die hohe Unsicherheit über die Insolvenz ganzer Unternehmensbranchen könnte dazu führen, dass das Finanzsystem die Realwirtschaft nicht ausreichend mit Finanzmitteln versorgen würde. Dies würde eine Gefahr für die Stabilität des Finanzsystems bedeuten, heißt es im Siebten Bericht des Ausschusses für Finanzstabilität zur Finanzstabilität in Deutschland, der von der Bundesregierung als Unterrichtung (19/21125) vorgelegt wurde. Weitreichende Probleme im Bankensektor würden die Aussichten auf einen raschen Aufschwung nach der Corona-Pandemie deutlich eintrüben und sich negativ auf das langfristige Potenzialwachstum auswirken, wird in den Bericht gewarnt.

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Der durch die Corona-Pandemie ausgelöste Schock für die Wirtschaft treffe auf ein Finanzsystem, in dem sich in den vergangenen Jahren zyklische Systemrisiken aufgebaut hätten, heißt es in dem Bericht. Schon im vergangenen Berichtszeitraum habe der Ausschuss für Finanzstabilität drei zyklische Risiken identifiziert, die sich gegenseitig verstärken und die Stabilität des deutschen Finanzsystems gefährden könnten. Genannt werden die Unterschätzung von Kreditrisiken, Risiken aus der Immobilienfinanzierung und Zinsrisiken, wenn die Zinsen noch über längere Zeit sehr niedrig bleiben oder abrupt steigen würden. Bereits 2019 sei der Ausschuss zu der Einschätzung gekommen, dass der Aufbau zyklischer Systemrisiken die Finanzstabilität in Deutschland gefährden könnte. Bei niedrigen Zinsen und schwacher Konjunktur hätten sich diese zyklischen Systemrisiken in Deutschland bis Ende des Jahres 2019 weiter aufgebaut. Zudem würden die dauerhaft niedrigen Zinsen die Profitabilität von Banken und Lebensversicherern unter Druck setzen.

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