Kooperationsvereinbarungen Interventionsstellen gegen häusliche Gewalt und Stalking sowie der Polizeidirektion Leipzig

Leipzig. In der Leipziger Dimitroffstraße wurden gestern die aktuellen Kooperationsvereinbarungen zwischen den Interventionsstellen der Stadt Leipzig und den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen gegen häusliche Gewalt und Stalking und der Polizeidirektion Leipzig unterzeichnet.

Der Leipziger Polizeipräsident Torsten Schultze dazu: »Häusliche Gewalt und Stalking stellen ein gesellschaftliches Problem dar, das zu wenig öffentliche Aufmerksamkeit erlangt. Stetige Aufgabe muss sein, das Phänomen zu enttabuisieren und alle Opfer dazu zu ermutigen, der der wiederkehrenden Gewalt zu entfliehen. Viel zu viele Taten in diesem Deliktsbereich geschehen im Verborgenen und werden nicht aufgedeckt. Jeder ist hier aufgefordert, vom Freundeskreis bis zum Nachbarn, sich couragiert zu verhalten. Gewalt im sozialen Nahbereich ist keine Privatsache. Die Interventionsstellen sind dabei wichtige Partner beim Vorgehen gegen Häusliche Gewalt und Stalking. Die Polizei trägt im Erstkontakt mit den Opfern in ihrem Handeln einen wichtigen Teil zum Erfolg weiterer Schutzmaßnahmen bei.«

Die Zusammenarbeit der Polizeidirektion Leipzig mit den Interventionsstellen kann auf eine langjährige »Tradition« mit Wurzeln im Jahr 2003 zurückblicken. Von Beginn an wurde in der Zusammenarbeit mit den Interventionsstellen das polizeiliche Handeln im Erstkontakt mit den Opfern und den Tätern optimiert um die folgende langfristige Arbeit der Interventionsstellen bestmöglich vorzubereiten. Nach dem polizeilichen Einsatz oder anderer Kenntnisnahme eines Sachverhaltes übermittelt die Polizei mit Einverständnis des Opfers dessen Kontaktdaten an die Koordinierungsstellen. Diese versuchen anschließend eine aktive Kontaktaufnahme mit dem Opfer und bieten Beratung an und setzen dort an, wo polizeiliche Möglichkeiten der Einflussnahme enden. Die Mitarbeiterinnen der Koordinierungsstellen führen gemeinsam mit den Opferschutzbeauftragten der Polizeidirektion Leipzig zudem Schulungen durch. Insbesondere Polizisten im Streifendienst werden über weitergehende Beratungs- und Unterstützungsangebote informiert und für die Situation der Opfer sensibilisiert.


Partner:

• Koordinierungs- und Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt und Stalking (KIS), Karl-Liebknecht-Straße 59, 04275 Leipzig, Telefon: 0341-3068778, http://www.kis-leipzig.de/ (für die kreisfreie Stadt Leipzig),
• Wegweiser e.V., Beratungsstelle gegen häusliche Gewalt und Stalking, Lange Straße 50, 04668 Grimma, Telefon: 03437-70 84 78, http://wegweiser-boehlen.de/ (für den Landkreis Leipzig)
• Interventions-und Koordinierungsstelle (IKS) des Deutschen Kinderschutzbundes, Ortsverband Torgau, Dommitzscher Straße 7, 04860 Torgau, Telefon: 0176 407 74297 (für Nordsachsen).

Hilfetelefon für Gewalt gegen Frauen: 08000 116 016.


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