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  • Entschärfung am Freitag, 26. Juni
  • Sperrkreis ab 8 Uhr
  • 13.000 Bewohner müssen Wohnungen verlassen
  • Hauptbahnhof, Lange Brücke und Humboldtbrücke gesperrt

Potsdam. Eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe englischer Bauart aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Dienstag in der Havel nahe der Freundschaftsinsel gefunden worden. Die Entschärfung des Blindgängers soll am Freitag, 26. Juni, durch Sprengmeister Mike Schwitzke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg erfolgen. Um den Fundort wird ein Sperrkreis von rund 800 Metern Radius eingerichtet. Etwa 13.000 Menschen in der Innenstadt und Zentrum-Ost, die innerhalb des Sperrkreises leben, müssen diesen bis 8 Uhr verlassen. Zudem müssen zahlreiche Museen, mehrere Ministerien, der Landtag, die Staatskanzlei, drei Seniorenheime, der Hauptbahnhof, die Lange Brücke, die Humboldtbrücke sowie die Feuerwache in der Holzmarktstraße geräumt werden. Das Klinikum Ernst von Bergmann wird nicht evakuiert, muss allerdings während der Maßnahmen die Zu- und Abgänge geschlossen halten.

Brigitte Meier, Beigeordnete für Ordnung, Sicherheit, Soziales und Gesundheit: „Diese Bombenentschärfung erfordert besondere Maßnahmen unter Corona-Bedingungen. Es ist ein sehr großer Sperrkreis, beide Brücken sind betroffen und es sind sehr viele Menschen, die evakuiert werden müssen. In dieser besonderen Zeit möchte ich an die Bürgerinnen und Bürger appellieren, zügig den Sperrkreis zu verlassen, Abstände einzuhalten und außerhalb des Sperrkreises, wenn möglich, zu Hause zu bleiben.“

Die Weltkriegsbombe wurde bei einer systematischen Suche gefunden und liegt in etwa drei Meter Tiefe im Schlamm der Havel. Dazu Sprengmeister Mike Schwitzke: „Es ist eine außergewöhnliche Situation, da die Bombe unter Wasser im Schlamm liegt. In der ersten Phase werden Taucher einen Aluring über der Bombe absenken, damit die Bombe freigelegt und identifiziert werden kann. Erst dann, wenn wir den Zünder und den Zustand der Bombe kennen, können wir entscheiden, ob entschärft werden kann oder gesprengt werden muss.“

Die Entschärfung wird umfangreiche Sperrungen in der Innenstadt zur Folge haben. Regionalbahnen werden aufgrund der Sperrung des Hauptbahnhofes umgeleitet, die S-Bahn beginnt und endet am S-Bahnhof Babelsberg, der Tram und Busverkehr wird während der Entschärfung unterbrochen und für Autofahrer gelten weiträumige Umleitungen – gesperrt werden unter anderem die Lange Brücke und die Humboldtbrücke.

Der Sperrbereich wird begrenzt durch die Humboldtbrücke, Gutenbergstraße, Charlottenstraße, Friedrich-Ebert-Straße und Schlossstraße. Im Süden durch die Leipziger Straße, Heinrich-Mann-Allee, Friedhofsgasse, Friedrich-Engels-Straße, die Nuthe, Friedrich-List-Straße und den Park Babelsberg. Im Sperrgebiet befinden sich unter anderem der Hauptbahnhof, mehrere Ministerien, der Landtag, die Staatskanzlei, das Museum Barberini, das Potsdam-Museum, das Filmmuseum, drei Senioren-Einrichtungen, das Hotel Mercure sowie die Humboldtbrücke, die Lange Brücke und die Investitionsbank des Landes Brandenburg.

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Während der Sperrung steht das Soziokulturelle Zentrum Freiland in der Friedrich-Engels-Straße sowie der Treffpunkt Freizeit als Aufenthaltsorte für Betroffene zur Verfügung.

Für Autofahrer aus Richtung Süden mit dem Ziel Innenstadt, oder nördlich der Havel, bedeuten die Sperrungen im Innenstadtbereich ab 8 Uhr eine weite Umleitung über die Autobahn A10 nach Potsdam –Nord. Die Nuthestraße wird bis zur Abfahrt Horstweg befahrbar sein. Die Leipziger Straße ist ab Templiner Eck gesperrt, der Brauhausberg ist in beiden Richtungen befahrbar und auch die Heinrich-Mann-Allee ist von den Sperrungen nicht betroffen.

Autofahrer aus Richtung Norden können die Berliner Straße bis zur Behlertstraße befahren. Die Lange Brücke und die Humboldtbrücke werden während der Evakuierungsmaßnahmen gesperrt.

Von den Sperrungen betroffen ist auch der ÖPNV – die Straßenbahnlinien 91, 92, 93, 96 und 98 ab Platz der Einheit in Richtung Süden sowie sämtliche Buslinien ab und vom Hauptbahnhof. Die Straßenbahnen fahren ab 8 Uhr ohne Halt zwischen Platz der Einheit und Friedhofsgasse durch. Sobald der Sperrkreis abgesichert ist und der Sprengmeister mit der Entschärfung beginnt, wird der Verkehr auf den Tramlinien komplett unterbrochen. Sämtliche Busse starten und enden ab 8 Uhr am Platz der Einheit in Richtung Nord und West sowie am Rathaus Babelsberg in südliche und östliche Richtung. Die Vollsperrungen gelten bis zur offiziellen Entwarnung.

Einschränkungen gibt es auch im Regionalverkehr und bei der S-Bahn. Der Potsdamer Hauptbahnhof ist ab 8 Uhr komplett gesperrt. Die S-Bahnen in Richtung Berlin starten und enden ab 8 Uhr am S-Bahnhof Babelsberg. Die Regionalbahnen fahren bis zum Start der Entschärfung ohne Halt am Hauptbahnhof durch Potsdam. Ab dem Zeitpunkt der Entschärfung bis zur Entwarnung werden die Regionalzüge über Golm und Spandau umgeleitet. Reisenden wird empfohlen, sich frühzeitig zu informieren, um Anschlüsse nicht zu gefährden.

Mehr als 400 Helferinnen und Helfer, unter anderem von der Landeshauptstadt Potsdam, der Berufsfeuerwehr, freiwilligen Feuerwehren, Bundespolizei und Polizei sind am Freitag im Einsatz, um den Sperrkreis zu räumen und abzusichern. Informationen rund um die Entschärfung und den Sperrkreis erteilen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landeshauptstadt ab Donnerstag, den 25. Juni, von 7 bis 19 Uhr unter der Nummer (0331) 289 1677. Am Freitag sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits ab 5.30 Uhr erreichbar. Personen, die nicht selbstständig den Sperrkreis verlassen können, melden sich bitte frühzeitig bei der Potsdamer Feuerwehr unter (0331) 370 1216, um einen Transport für Freitag zu bestellen.

Insgesamt ist die gefundene Fliegerbombe der Weltkriegssprengkörper 203 seit 1990 in der Landeshauptstadt. In dieser Statistik werden Fliegerbomben ab 50 Kilogramm erfasst. Unter dem Link https://www.potsdam.de/kampfmittel kann eine adressgenaue Karte zum Sperrkreis eingesehen werden.

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