Foto: BI Stadtbäume statt Leerräume, Erfurt
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Erfurt. Neues aus der Verwaltung: Naturschutzbeirat der Oberen Naturschutzbehörde entscheidet sich gegen Bau des Baumwipfelpfades.

Gestern war es wieder so weit: Elf Mitglieder des Naturschutzbeirats der Oberen Naturschutzbehörde (ONB), Vertreter der Behörde selbst, Vertreter der Stadt, darunter Herr Hilge persönlich, R. Bednarsky vom BUND Thüringen und natürlich die Sprecherin unserer Bürgerinitiative haben sich im kleinen Wäldchen oben am Petersberg zur Ortsbegehung getroffen.

Dies war nötig geworden, da der Naturschutzbeirat der ONB sich selbst ein Bild von diesem kleinen Stück Natur mitten in Erfurt machen wollte und nicht bereit war, sich nur auf die Angaben von Vertretern der Verwaltung oder der sonstigen beteiligten Organisationen, wie der BI, zu verlassen.

Gut so – Papier ist geduldig, ein eigener Eindruck ist durch nichts zu ersetzen!

Im Anschluss daran fand im Ratssitzungssaal die reguläre Sitzung des Beirats statt. Hauptpunkt: Die Beschlussfassung zur Empfehlung zum Für oder Wider des Baus des Baumwipfelpfades:
Das Votum war eindeutig – mit 7 zu 4 Stimmen wurde beschlossen, dass die vorgelegte Begründung der Verwaltung, für den massiven Eingriff, den der Bau des Baumwipfelpfades bedeuten würde, nicht ausreichend ist und der Bau demnach abzulehnen ist. Das war eine klare Ansage!

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Die Obere Naturschutzbehörde hatte vorab darüber informiert, dass sie dem Bau zustimmen würde. Es liegt nun an der Behörde, wie sie mit dem Votum ihres Fachbeirates umgeht. Sollte sie sich trotz des Beschlusses für die Erteilung der Genehmigung des Baus aussprechen, wird der Naturschutzbeirat dieses Verfahren an die nächsthöhere Ebene verweisen: Dann muss sich das zuständige Ministerium selbst um dieses Thema kümmern.

Parallel dazu würde der BUND in diesem Fall gegen den Beschluss der ONB Klage einreichen.
Umgekehrt behält sich aber auch die Stadtverwaltung Erfurt vor, gegen die Behörde zu klagen, sollte sie sich gegen die Erteilung einer Genehmigung für diesen Bau entscheiden.

Dass die Stadt Erfurt gerade massive Schwierigkeiten hat Finanzmittel für dringend nötige Arbeiten an Kitas und Schulen und für Kultureinrichtungen zur Verfügung zu stellen scheint in diesem Zusammenhang – trotz des beachtlichen, durch die Stadt zu tragenden, Eigenanteils für das Bauwerk und die zukünftig anfallenden Mittel für den Betrieb und die Erhaltung des Bauwerks – keine Rolle zu spielen.

Es bleibt also weiter spannend und wir bleiben dran.

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