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Angesichts des aktuellen Berichts der Bundesagentur für Arbeit zur Situation auf dem Thüringer Arbeitsmarkt, erklärt der Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen Michael Rudolph: „Die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt zeigt, wie wichtig die Maßnahmen zur Sicherung von Beschäftigung und Einkommen sind. Ansonsten wären die Arbeitslosenzahlen bereits sprunghaft angestiegen.“

Dabei hebt Rudolph die getroffenen Regelungen zum Kurzarbeitergeld und dessen Aufstockung positiv hervor: „Viele Beschäftigte litten in den vergangenen Monaten unter massiven Einkommenseinbußen. Es ist gut, dass dies jetzt durch die schrittweise Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf bis zu 87% zumindest teilweise abgefedert wird“, so Rudolph. Ebenso finde die Verlängerung der Arbeitslosengeldbezugsdauer um weitere drei Monate die Zustimmung der Gewerkschaften. Die Sicherung von Beschäftigung muss aber weiter im Fokus der Politik stehen. Wichtig sei es, jetzt die Wirtschaft durch konjunkturelle Impulse und Investitionen den nötigen Schwung zu verleihen, um aus Kurzarbeit wieder stabile Beschäftigung zu machen.

Angesichts der steigenden Zahl von Aufstockern mahnt der DGB geeignete Maßnahmen zur Lohnsteigerung nach der Krise an. „Die Meldungen der vergangenen Tage über die Zunahme bei Beschäftigten, die zusätzlich zum Kurzarbeitergeld noch Unterstützung durch das Jobcenter brauchen, verdeutlichen einmal mehr, wie hoch der Nachholbedarf bei guten Löhnen in Thüringen ist – insbesondere in Zeiten der Corona-Krise.“ Die Bundesagentur vermeldete, dass im April bundesweit 51.000 Beschäftigte, überwiegend aus personenbezogenen Dienstleistungsberufen, neu in der Statistik auftauchten. Der Durchschnittsverdienst in Thüringen liegt insgesamt ca. ein Viertel unter dem bundesweiten Schnitt. Einkommenseinbußen durch Kurzarbeit von bis zu 40 Prozent bewirken dann schnell, dass das Einkommen der Beschäftigten unterhalb des Grundsicherungsniveaus liegt. Dadurch werden Beschäftigte zu Hartz IV-Aufstockern. „Nach der Krise brauchen wir wirksame Präventionsmaßnahmen gegen Lohnarmut. Das bedeutet: mehr allgemeinverbindliche Tarifverträge und die längst überfällige Angleichung der Löhne in Ostdeutschland an das Niveau des Westens“, fordert Michael Rudolph.

Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen sagte Anja Piel, DGB Vorstandsmitglied, am Mittwoch in Berlin:

„Die aktuell steigende Arbeitslosigkeit darf sich keinesfalls verfestigen. Deswegen muss die Bundesregierung jetzt schnell ein umfassendes Konjunkturpaket auf den Weg bringen und dies mit arbeitsmarktpolitischen Angeboten flankieren. Wichtig ist, den Menschen von vorneherein eine Perspektive zu geben und den gleichzeitig notwendigen Umbau zum digitalen und emissionsarmen Wirtschaften zu bewältigen.

Gerade in Zeiten der Kurzarbeit müssen Qualifizierungsmaßnahmen für die sozial-ökologische Wende hochgefahren werden. Wer seinen Job verliert oder Weiterbildungsbedarf hat, muss schnelle und effektive Unterstützung erhalten und für neue Aufgaben qualifiziert werden. Das gilt für Arbeitslose besonders, aber auch für Beschäftigte. Gerade der Leerlauf bei Kurzarbeit kann gut mit Weiterbildung verknüpft werden.

Bei der Entwicklung der Weiterbildungsangebote muss auch die Situation derer adäquat berücksichtigt werden, die wegen der Corona-Krise durch Betreuungsaufgaben eingeschränkt sind. Die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass sie auf dem Arbeitsmarkt nicht abgehängt werden.“


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